Berlin - Die Gesundheitsämter der Bezirke schätzen regelmäßig das Infektionsgeschehen an den Schulen in Berlin ein und bewerten die Lage mit einem Stufenplan. Die Corona-Neuinfektionen gehen aktuell bei den Grundschülern regelrecht durch die Decke. Die Inzidenz liegt bei dieser Altersgruppe in Berlin laut Lagebericht bei etwa 600. Das hat nun Folgen für den Unterricht: Die Gesundheitsämter haben für die ersten beiden Schulen wieder Wechselunterricht angeordnet, wie ein Sprecher der Bildungsverwaltung der Berliner Zeitung bestätigt.

Es handelt sich hierbei um die Reinhold-Otto-Grundschule in Charlottenburg-Wilmersdorf und eine Grundschule in Pankow. Deren Name wird auf Wunsch der Schulleitung von den Behörden nicht mitgeteilt. Wechselunterricht bedeutet, dass die Kinder wegen des Corona-Infektionsgeschehens eine Zeit zu Hause verbringen und die andere Zeit in der Schule.

Berliner Bildungsverwaltung: Warnsystem funktioniert

Der dreigliedrige Stufenplan für die Schulen funktioniert wie die dreifarbige Corona-Ampel. Zahl der Neuinfektionen und räumliche Struktur fließen in die Bewertung jeder Schule mit ein, wie der Sprecher erklärt. Die Bewertung nehmen das Gesundheitsamt und die Schulaufsicht vor. Für die beiden Grundschulen sprang die Stufenplan-Ampel jetzt von Grün auf Gelb. „Das sind zwei von über 800 Schulen in Berlin und es zeigt, dass unser Stufenplan der jeweiligen Lage entsprechend gut zur Anwendung kommt“, so der Sprecher.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Berlin liegt laut Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Mittwoch bei 227,8. Sie erreicht damit fast Bundesniveau. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 157,4 gelegen. Den Berliner Gesundheitsämtern sind binnen 24 Stunden 1657 neue Fälle gemeldet worden. Zudem soll es sechs weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gegeben haben.