Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung stellt am Mittwoch seine Empfehlungen zur Vorbereitung auf den Herbst und Winter vor. Sie werden am Nachmittag bei einer Pressekonferenz unter anderem durch den Vorsitzenden des Gremiums, Heyo Kroemer, präsentiert (15 Uhr). Bund und Länder hatten sich bei ihrem Spitzentreffen in der vergangenen Woche bereits auf die Vorbereitung einer neuen Impfkampagne verständigt. Zudem sicherten sie zu, dass bei einer weiteren Corona-Welle flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas vermieden werden sollten.

Bund und Länder hatten die Einrichtung des mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzten Expertenrates im Dezember vereinbart. Er hat seitdem zehn Stellungnahmen abgegeben. Sie befassten sich unter anderem mit der Omikron-Variante, dem Umgang mit Kindern in der Pandemie oder der Aufhebung von Corona-Maßnahmen. Bund und Länder nehmen in ihren Entscheidungen immer wieder Bezug auf die Empfehlungen.

Die deutschen Landkreise verlangen unterdessen eine zügige Anpassung des Infektionsschutzgesetzes im Hinblick auf den Herbst: „Zu den vorzusehenden Instrumenten zählen Maskenpflichten in Innenräumen und in Bussen und Bahnen, ebenso Kontaktbeschränkungen, wenn diese erforderlich werden sollten“, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Noch vor der Sommerpause müsse der Gesetzgeber die wesentlichen Instrumente zusammentragen, um die Regelungen rechtzeitig anzupassen. „Erst im September mit der inhaltlichen Arbeit zu beginnen wäre zu spät, um der Entwicklung dann womöglich nicht ein weiteres Mal hinterherlaufen zu müssen. Das sollte die Politik in den letzten zwei Jahren gelernt haben“, mahnte Sager.