Berlin - Der Fahrgastverband Pro Bahn hat sich skeptisch zu der von den Ampel-Parteien geplanten 3G-Regelung im öffentlichen Nah- und Fernverkehr geäußert. „3G-Regelungen in Bahnen klingen zwar vernünftig, sind in der Praxis aber nicht kontrolliert umsetzbar“, sagte der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Am ehesten möglich sei die Kontrolle von Nachweisen einer Impfung, Genesung oder eines Tests noch in Nachtzügen, sagte Naumann. „Doch in S-Bahnen oder Regionalbahnen ist die Fahrgastfrequenz zu hoch und die Fahrtzeiten zu kurz für eine nachhaltige Kontrolle. Hier halte ich die bisherige Praxis des Maskentragens und Abstandhaltens für angemessen.“

Schwierigkeiten gebe es auch im Fernverkehr, wo es in einigen Regionen ebenfalls kurze Fahrtzeiten gebe oder aber – wie zwischen Hamburg und Berlin – keine Zwischenhalte, um Ungeimpfte aussteigen zu lassen.

Pro Bahn: Aggressivität der Fahrgäste nimmt zu

Naumann warnte davor, Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter zur Kontrolle von Impf- und Testnachweisen zu verpflichten. „Diese sind bereits heute mit einer zunehmenden Aggressivität der Fahrgäste konfrontiert, was sich durch die Kontrolle vermutlich noch verstärken würde und das Personal in Gefahr bringen könnte“, betonte er. Er forderte „bei Bedarf“ Kontrollen durch die Bundespolizei.

Die Ampel-Parteien wollen den Katalog der möglichen Eindämmungsmaßnahmen angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen deutlich ausweiten. Vorgesehen ist neben einer 3G-Regel für Bus und Bahn auch die Möglichkeit neuer Kontaktbeschränkungen.