US-Präsident Donald Trump.
Foto: AFP/Olivier Douliery

WashingtonFacebook hat ein von US-Präsident Donald Trump auf der Plattform veröffentlichtes Video gelöscht. Der Clip habe Falschinformationen zum Thema Coronavirus enthalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). In dem Ausschnitt eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte Trump, Kinder seien in Bezug auf das Coronavirus „fast immun“, weswegen Schulen nach den Sommerferien trotz der Pandemie wieder für normalen Unterricht öffnen sollten.

Facebook erklärte am Mittwoch (Ortszeit), die „falsche Behauptung, wonach eine Bevölkerungsgruppe immun ist“, verstoße gegen die Regeln der Plattform zu Corona-Falschinformationen. Kinder können sich auch mit dem Coronavirus infizieren, haben aber in der Regel eher milde Symptome – sie sind nicht „immun“.

Twitter sperrte laut der Nachrichtenagentur AFP wegen des Videos das Konto der Wahlkampagne von US-Präsident Donald Trump vorübergehend komplett. Das Konto werde erst wieder entsperrt, wenn das Wahlkampfteam den Tweet lösche. 

Trump relativiert Bemerkungen

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bemühte sich Trump am Mittwochabend, seine Bemerkung zu relativieren und verwies auf die zumeist milden Krankheitsverläufe bei Kindern, berichtet die dpa. Trump wiederholte aber seine Forderung, dass die Schulen im Land zum normalen Unterricht zurückkehren sollten. In vielen Großstädten haben Schulbezirke wegen der Pandemie bereits angekündigt, das neue Schuljahr nicht wie gewohnt mit reinem Präsenzbetrieb zu beginnen.

Facebook und Twitter gehen seit einiger Zeit verstärkt gegen irreführende und manipulative Inhalte auf ihren Seiten vor. Twitter hatte einige Tweets von Trump wegen Gewaltverherrlichung mit einem Warnhinweis versehen oder diese einem Faktencheck unterzogen. Trump kritisiert dies als Zensur.

Facebook und Twitter löschten in der vergangenen Woche ein vom Präsidenten geteiltes Video, in dem Ärzte für den Einsatz des Malaria-Mittels Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus warben. Viele Forscher ziehen den Nutzen von Hydroxychloroquin im Kampf gegen die Pandemie stark in Zweifel.

Besonders Facebook steht unter massivem Druck, gegen falsche und manipulative Inhalte vorzugehen. Gegen das Unternehmen läuft ein weltweiter Werbeboykott, mit dem die Beseitigung solcher Inhalte erreicht werden soll. An dem Boykott beteiligen sich zahlreiche Großunternehmen.