Stuttgart - In Baden-Württemberg gelten ab Sonnabend strikte Ausgangsbeschränkungen. Wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart sagte, ist das Verlassen des Hauses ab dem Wochenende nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen auch Einkäufe und Zusammenkünfte von höchstens fünf Menschen aus zwei Haushalten. Nach 20 Uhr sind die Ausnahmen weiter eingeschränkt. Besuche von Freunden und Verwandten nach 20 Uhr sind nur zwischen dem 23. und dem 26. Dezember erlaubt. Die Maßnahmen gelten zunächst für vier Wochen.

„Wir hatten gehofft die zweite Welle mit relativ milden Maßnahmen zu brechen – davon müssen wir uns jetzt verabschieden“, sagte Kretschmann. Ziel sei es, die Infektionszahl wieder auf 50 pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zurückzudrängen. Derzeit sei die Infektionslage außer Kontrolle.

Kretschmann rief die Bürger angesichts der ernsten Lage zu großer Eigenverantwortung auf. Jeder einzelne solle jetzt nicht die Lücken in den Verboten suchen, sondern die Verordnungslücken eigenverantwortlich schließen, sagte Kretschmann.

Er rechne damit, dass die Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin noch weitergehende Maßnahmen beschließen werde, sagte Kretschmann. Sollte es keine Einigung geben, werde Baden-Württemberg sich mit den Nachbarländern über gemeinsame Maßnahmen verständigen.

In Baden-Württemberg lag die Zahl der Neuinfektionen am Freitag den zweiten Tag bei über 4000. Experten rechnen mit einer Dunkelziffer, die um das Vier- bis Fünffache höher liegt.