Berlin - Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat einen mutmaßlich islamistischen Prediger angeklagt. Dem langjährigen Imam der As-Sahaba-Moschee wird vorgeworfen, sich in der Pandemie staatliche Corona-Soforthilfen erschlichen zu haben, wie die Anklagebehörde am Freitag mitteilte. Demnach geht es um 9000 Euro. Angeklagt ist der Mann wegen Subventionsbetrugs.

Der Imam soll behauptet haben, er sei mit einem Gewerbe innerhalb der Moschee durch Corona in eine Notlage geraten. Im April 2020 sei ihm das Geld dann von der Investitionsbank ausgezahlt worden. In Wahrheit war die Moschee laut Staatsanwaltschaft bereits 2019 geschlossen worden. Sie galt laut Verfassungsschutzberichten als Islamistentreff.

Die Wohnung des Mannes im Stadtteil Wedding wurde bereits im April des vergangenen Jahres durchsucht. Dabei wurden Bargeld und elektronische Geräte beschlagnahmt. Der Verdächtige und seine Partnerin sollen Sozialleistungen bezogen haben. Durch den schnellen Zugriff der Behörden sei das Geld gesichert worden, hieß es damals.

Der Betrug ist kein Einzelfall. Im Juni vergangenen Jahres durchsuchten 250 Beamte in Tempelhof drei Objekte, darunter die Ibrahim al Khalil-Moschee an der Colditzstraße. Ermittelt wurde ebenfalls wegen Subventionsbetrugs. Der Vorwurf: Zwei Angehörige der Islamistenszene sollen illegal Corona-Soforthilfen kassiert haben.