Berlin - Die Kritik an der Präsenzpflicht an Berliner Schulen hat zugenommen. „Das Risiko, dass die Kinder zu Weihnachten eine Infektion aus der Schule in die Familie tragen und eventuell ihre Großeltern gefährden, ist groß“, warnte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Florian Kluckert, in der Berliner Morgenpost. Die Sieben-Tage-Inzidenz unter den Fünf- bis Neunjährigen beträgt laut Berliner Corona-Lagebericht 704,6 – unter den Zehn- bis 14-Jährigen 708,1 (Stand: 12.12.). Bei den 15- bis 19-Jährigen beträgt der Wert 420,4. Immer noch deutlich höher als die berlinweite Inzidenz von 314,7.

Kluckert plädiert dafür, die Präsenzpflicht vor den Weihnachtsferien aufzuheben. „In den letzten Tagen passiert ja ohnehin nicht mehr viel in der Schule und diese Maßnahme würde das Weihnachtsfest deutlich sicherer machen.“

Auch die Bildungsexpertin der Berliner Linken, Regina Kittler, fände das „sehr vernünftig“. Es sei in der gegenwärtigen Situation das Mindeste, was man den Eltern anbieten müsste, sagte sie. Sie verstehe ohnehin nicht, warum Berlin sich nicht mit Brandenburg abgestimmt habe. Das Nachbarland hat die Präsenz bereits ausgesetzt und den Beginn der Weihnachtsferien drei Tage nach vorn gezogen.

Corona: Berliner Bildungsverwaltung will nicht von Präsenzpflicht abrücken

In Berlin ist das nicht beabsichtigt: „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant, vor Weihnachten die Präsenzpflicht an den Schulen auszusetzen“, sagte der Sprecher der Bildungsverwaltung, Martin Klesmann. Es habe sich gezeigt, wie wichtig die Präsenzpflicht für die Kinder sei. Deshalb werde auch auf Wunsch vieler Schulleitungen so lange wie möglich daran festgehalten.

In Berlin beginnen die Weihnachtsferien offiziell am 24. Dezember. Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat den 23. Dezember bereits Ende Oktober zum unterrichtsfreien Tag erklärt.