Berlin/Leipzig - Bisher gelten der digitale Impfnachweis mit QR-Code und das gelbe Impfheft als gleichberechtigte Nachweise für die Corona-Impfung. Doch das Impfheftchen auf Papier könnte in diesem Fall zu einem Auslaufmodell werden. In den ersten Bundesländern reicht der gelbe Pass nicht mehr. Fragen und Antworten:

Wie kann ich meinen Corona-Impfstatus nachweisen?

Mit dem gelben Impfpass können Impfungen grundsätzlich nachgewiesen werden. Allerdings tauchte in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit den Corona-Impfungen eine Vielzahl gefälschter Impfpässe auf. Nach aktuellen Recherchen der Wirtschaftswoche gibt es bundesweit deswegen mindestens 3100 Ermittlungsverfahren.

Die Ermittler gehen von einer erheblichen Dunkelziffer aus. Betrüger handeln daneben auch mit gefälschten QR-Codes, die – digital über eine App oder auf Papier – zusätzlich Corona-Impfungen dokumentieren.

Wie reagieren die Behörden?

Der gelbe Impfausweis ist nach wie vor gültig, aber in Einzelfällen treffen Bundesländer eigenständige Regelungen, nach denen nur noch der digitale Impfnachweis akzeptiert wird. So ist in Baden-Württemberg ab Dezember ein Corona-Impfnachweis beispielsweise für den Zugang zu 2G- oder 2G-plus-Bereichen nur noch mit einem QR-Code in digitaler oder Papierform möglich.

Der gelbe Impfpass reicht dann nicht mehr aus. Wer noch keinen QR-Code hat, kann ihn sich nachträglich in einer Apotheke ausstellen lassen. Laut Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) soll damit sichergestellt werden, „dass es Impfpassfälscher künftig schwerer haben“.

In Berlin sind für 2G-Veranstaltungen, bei denen nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben, längst nur noch digital lesbare Impfnachweise mit QR-Code zugelassen. Auch Brandenburg nahm die Regelung gerade in seine neue Verordnung zum Schutz vor dem Coronavirus auf.

Wie lange ist das Covid-Zertifikat der EU gültig?

Grundsätzlich ist ein digitales EU-Impfzertifikat in Deutschland bislang ein Jahr gültig. Nach einem Vorschlag der EU-Kommission vom Donnerstag soll nun allerdings eine Auffrischungsimpfung gegen Corona Voraussetzung für die weitere Gültigkeit sein.

Ohne den Nachweis einer Boosterimpfung soll der EU-weite Impfpass nach neun Monaten seine Gültigkeit verlieren. Die Entscheidung liegt aber letztlich bei den Mitgliedsstaaten. Aus Sicht der EU-Kommission sollen die neuen Regeln am 10. Januar in Kraft treten.