Berlin - Wer sich gegen Covid-19 impfen lässt, kann sich den verwendeten Stoff vorerst nicht aussuchen. Eine solche Auswahl sei aufgrund der derzeit noch herrschenden Knappheit „im Moment und auch absehbar“ nicht möglich, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Online-Diskussionsrunde. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagte, die beiden bisher in Europa zugelassenen Impfstoffe der Firmen Biontech und Moderna seien gleichwertig „in Wirksamkeit und Sicherheit“.

Um einen ausreichenden Schutz vor Covid-19 zu gewährleisten, muss der Impfstoff nach Angabe von Experten zweimal verabreicht werden – mit einem Abstand von mindestens drei (bei Biontech) bis vier Wochen (bei Moderna). Auf die Frage, ob es möglich sei, einer Person Impfstoffe verschiedener Hersteller zu verabreichen, sagte Mertens, dies sei auch bei Impfstoffen, die auf einem gleichen Wirkprinzip basierten, „auf keinen Fall“ möglich; denn dazu gebe es bislang „null Daten“.

Laut Spahn wurden seit dem Impfstart in Deutschland Ende Dezember mehr als eine halbe Million Menschen ein erstes Mal gegen Covid-19 geimpft. An Kritiker gerichtet, die sich über den nur langsam anlaufenden Start der Impfkampagne beschweren und das in Zusammenhang mit den aktuellen Kontaktbeschränkungen bringen, sagte er: „Das Impfen jetzt würde nicht den Lockdown jetzt unnötig gemacht haben.“ Das zeige die Lage in Israel und Großbritannien, wo jeweils bereits ein größerer Anteil der Bevölkerung geimpft wurde.

Masken, Abstand und andere Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus müssen nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) trotz des Impfstarts weiter beachtet werden. Das zeige ein Blick auf die Zahl der mit dem Virus infizierten Menschen, die täglich sterben, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Bundesrepublik sei immer noch in einer „schwierigen Situation“.

Laut der am Freitag aktualisierten Empfehlung der Impfkommission gehören Lehrkräfte und Erzieher zur Gruppe mit Priorität vier beim Erhalten von Impfungen, Beschäftigte im Einzelhandel und Menschen im Alter zwischen 60 und 64 Jahren zur fünften Gruppe.