Mexiko-Stadt - Mexikos linksgerichteter Präsident Andrés Manuel López Obrador hat die Weltgesundheitsorganisation WHO für ihr Vorgehen beim Zulassen von Corona-Impfstoffen kritisiert. „Sie brauchen jetzt schon ziemlich lange (...), ich nenne das eher Untätigkeit“, sagte López Obrador am Dienstag. Er dringe nun bereits seit einer Woche darauf, dass die WHO endlich grünes Licht für das russische Mittel Sputnik V und das chinesische Cansino gebe.

Beide Vakzine werden bereits in Mexiko verabreicht. Das chinesische Mittel wird sogar in Mexiko produziert, auch die Produktion von Sputnik V ist geplant. Solange die WHO jedoch nicht ebenfalls ihren Segen gegeben hat, haben mit diesen Impfstoffen geimpfte Mexikaner weiterhin Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA.

Die WHO empfielt bislang lediglich Zulassungen der Mittel von Biontech/Pfizer, Moderna, der chinesischen Stoffe Sinovac und Sinopharm sowie mehrerer Versionen des von Astrazeneca entwickelten Vakzins. Vergangene Woche teilte die Organisation mit, dass sie das Verfahren für Sputnik V, das Anfang des Jahres wegen „einiger rechtlicher Formalitäten“ ausgesetzt worden war, bald wieder aufnehmen werde.