Eine Impfung mit einem potenziellen Corona-Impfstoff.
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ParisForscher in Großbritannien und China melden Erfolge bei der Suche nach einem Corona-Impfstoffkandidat. Laut der Fachzeitschrift „The Lancet“ wurden vielversprechende Ergebnisse bei der Erprobung von zwei möglichen Impfstoffen erzielt. Demnach erwiesen sich die verwendeten Stoffe in beiden Fällen als für die Probanden gut verträglich und sorgten für die Bildung von Antikörpern sowie für eine Immunisierung gegen die Lungenkrankheit Covid-19.

Der eine Impfstoffkandidat wurde von der Universität Oxford in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca entwickelt. Bei Versuchen mit mehr als tausend Probanden habe der Stoff durchweg „eine starke Immunreaktion“ hervorgerufen, berichtete „The Lancet“. Der Impfstoff löst gleich zwei Antworten des Immunsystems aus: Er fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen - beide sind für die Immunabwehr wichtig. Jetzt soll das Mittel an weiteren Menschen getestet werden, darunter rund 10.000 Probanden in Großbritannien. Auch in Brasilien haben weitere Tests mit mehreren Tausend Freiwilligen begonnen.

Auch bei einer zweiten Testreihe in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen CanSino Biologics in China habe der getestete Impfstoffkandidat eine sehr starke Bildung von Antikörpern ausgelöst, berichtete die Fachzeitschrift weiter.

Weltweit wird seit Monaten intensiv geforscht, um einen wirksamen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus zur Eindämmung der Pandemie zu entwickeln. Die Bundesregierung geht davon aus, dass es zwölf bis 18 Monate dauern wird, bis ein verlässlicher Impfstoff der breiten Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden kann.