Leipzig - Der Deutsche Städtetag hat die Länder aufgefordert, schnell ausreichend medizinisches Personal für Corona-Impfungen bereitzustellen. „Wenn der Impfstoff da ist, dürfen die Impfungen nicht an fehlendem Personal scheitern“, sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD), der auch Oberbürgermeister von Leipzig ist, der Deutschen Presse-Agentur.

„Bund, Länder und Kommunen wollen gemeinsam, dass die Impfungen ein Erfolg werden“, so Jung. Sie seien ein entscheidender Baustein beim Kampf gegen die Corona-Pandemie. Weiter sagte er: „Die Städte unterstützen selbstverständlich tatkräftig den Aufbau und Betrieb der Impfzentren. Sie sind in der Lage, zügig die notwendigen organisatorischen Vorbereitungen zu treffen. Das heißt zum Beispiel Gebäude anmieten und ausstatten.“ Die Kosten, die den Kommunen entstehen, müssten Bund, Länder und Krankenkassen ausgleichen, so der Politiker.

Städtetag zu Corona-Impfung: Zeit drängt

Die Impfungen selbst seien Aufgabe der kassenärztlichen Vereinigungen und ihrer niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Mit Blick auf die nahe Zukunft sagte der Oberbürgermeister: „Das medizinische Personal der Gesundheitsämter bleibt durch die Pandemie auf absehbare Zeit voll ausgelastet und kann nicht zusätzlich auch noch die Impfungen übernehmen. Wir fordern die Länder auf, sich gemeinsam mit den kassenärztlichen Vereinigungen jetzt schnell um genügend medizinisch-pflegerisches Personal für die Impfzentren und die mobilen Impfteams zu kümmern.“

Die Zeit dränge, weil die ersten Impfstoff-Mengen schon bald zur Verfügung stehen dürften, so Jung: „Die begrenzten Impfdosen sind zunächst für einen relativ kleinen Personenkreis gedacht. Wer genau vorrangig geimpft wird, müssen Bund und Länder nun schnell verbindlich festlegen und transparent machen.“

Jung: Massenimpfungen nicht vor Sommer

Spahn hat die Länder nach eigenen Angaben gebeten, dass die sogenannten Impfzentren Mitte Dezember einsatzbereit sein sollen. Jung warnte vor zu hohen Erwartungen: „Wir sind etwas unglücklich über die Bezeichnung Impfzentrum, weil die Menschen so vielleicht den Eindruck bekommen, dass ab Januar in jeder kreisfreien Stadt und in jedem Kreis eine Einrichtung in Betrieb ist, wo man sich impfen lassen kann.“

Weiter sagte der SPD-Politiker: „Tatsächlich gehen wir aber davon aus, dass bis weit ins Frühjahr hinein vor allem mobile Impfteams in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser fahren. Dort werden dann vorrangig chronisch kranke, hochbetagte Menschen und das dortige Personal geimpft.“ Es dürften keine unrealistische Erwartungen geweckt werden, so Jung: „Massenimpfungen für die breite Bevölkerung werden nach den Plänen von Bund und Ländern frühestens ab dem Sommer möglich sein.“