Corona-Impfung: Stiko ändert Impfempfehlung für Schwangere

Die Stiko legt Frauen die Impfung nahe, die einem „erhöhten Expositionsrisiko“ ausgesetzt seien. Eine generelle Impfempfehlung sei das aber nicht.

Neben schwangeren Risikopatientinnen empfiehlt die Stiko nun auch Schwangeren die Corona-Impfung, die aufgrund ihrer Lebensumstände einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.
Neben schwangeren Risikopatientinnen empfiehlt die Stiko nun auch Schwangeren die Corona-Impfung, die aufgrund ihrer Lebensumstände einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.Imago/Ute Grabowsky

Berlin-Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Impfempfehlung für Schwangere geändert. Weil nicht genügend Studien vorliegen, gilt für sie bislang keine Impfempfehlung gegen das Corona-Impfung. Nun legt die Stiko schwangeren Frauen die Impfung nahe, die einem „erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände“ ausgesetzt sind. Das geht aus einem Bericht der Tagesschau hervor. Zuvor konnten sich nur schwangere Risikopatientinnen impfen lassen.

Die Kommission habe den Schritt unternommen, da Schwangere ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 tragen, wie Marianne Röbl-Mathieu, Vertreterin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in der Stiko, den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte. „Es ist ein Signal an die Politik, aber auch an die betreuenden Frauenärzte, dass man Schwangeren eine Impfung nach individueller Prüfung großzügig empfehlen kann“, so Röbl-Mathieu weiter. 

Studienlage reicht nicht für generelle Empfehlung aus

Ein entsprechendes Schreiben könne dann beim Hausarzt oder im Impfzentrum vorgezeigt werden, wenn der Frauenarzt die Impfung nicht selbst vornimmt. Röbl-Mathieu nimmt an, dass diese Schwangeren in der Impfreihenfolge wie Kontaktpersonen behandelt werden müssten und damit der Prioritätsgruppe zwei angehören werden.

Mit der aktuellen Entscheidung werde die Impfung aber nicht generell für Schwangere empfohlen. „Wo die Evidenz fehlt, wo es keine Kontrollgruppen gibt oder vergleichsweise geringe Datenmengen, kann die Stiko nichts empfehlen“, sagte Röbl-Mathieu. Das bedeute jedoch nicht, dass die Stiko etwa ein erhöhtes Risiko befürchte, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen.