Berlin - Klagten alle noch im Frühjahr über zu wenig Impfstoff für zu viele Impfwillige, ist nun in Berlin das Gegenteil zu beobachten. Impfzentren und Arztpraxen finden nicht immer genug Abnehmer. Damit Impfstoff und Mensch jetzt noch besser zusammenfinden, entwickelt der Berliner Zahnarzt Roland Korbel ein Tinder für Corona-Impftermine. 

Die App, die noch in der Entwicklung ist, soll „V-Date“ heißen. Der Name steht für „Vaccination Date“. Die Anmeldung soll ähnlich wie bei der Dating-App Tinder über ein Amazon- oder Facebook-Konto funktionieren. Ärzte und Impfzentren können sich ebenso anmelden und Impfdosen sowie Termine anbieten. Interessierte wischen dann nach links für die Absage oder rechts für die Zusage. Genau wie bei Tinder, wo User nach rechts wischen, wenn ihnen jemand gefällt.

Zahnarzt Korbel gründete ein Start-up und baute ein Team auf

Zahnarzt Roland Korbel hat für die Entwicklung der App ein Start-up gegründet und ein Team aufgebaut. Dem Tagesspiegel, der zuerst über das Projekt berichtet hatte, sagte er, dass die App weltweit zum Einsatz kommen soll. Beispielsweise in Ländern wie Indien, wo die Pandemie hart zugeschlagen habe und noch wenige Menschen gegen Corona geimpft seien. Der Profit solle dabei nicht im Vordergrund stehen: „Wir bleiben bei unserer Idee, nicht wirklich kommerziell zu handeln“, so Roland Korbel.

Inzwischen gibt es mehr niedrigschwellige Angebote in Berlin, damit sich noch mehr Menschen impfen lassen. In Lichtenberg startet am Samstag der erste Impf-Drive-in auf dem Ikea-Parkplatz. Demnächst soll auf dem Herrmannplatz in Neukölln eine Pop -up-Station entstehen, wo man sich sofort impfen lassen kann.