Athen - Der Großraum Athen wird von Donnerstag an für zwei Wochen erneut unter einen harten Lockdown gestellt. Geschäfte und Schulen müssen wieder schließen, nachdem sie erst Mitte Januar hatten öffnen dürfen. Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis begründete die Maßnahme am Dienstagabend in einer Fernsehansprache mit den stark steigenden Infektionszahlen. Noch bestehe die Chance, eine dritte Corona-Welle zu vermeiden, sagte er.

Mitsotakis betonte, er wisse, wie schwer die Maßnahmen für die gesamte Gesellschaft seien. Im Großraum Athen, der Region Attika, lebt mit rund vier Millionen Menschen mehr als ein Drittel der gesamten griechischen Bevölkerung. „Ich spüre die Nervosität nach all diesen Monaten, aber es gibt keine Wirtschaft ohne Gesundheit“, sagt der Premier. Er versprach, dass es nach Möglichkeit die letzten Opfer sein sollten, die die Gesellschaft aufbringen müsse.

Die griechische Regierung setzt seit Beginn der Pandemie auf harte und vor allem zeitige Maßnahmen. Ein weitgehender Lockdown galt bereits im vergangenen März und dann wieder ab Anfang November. Außerdem müssen die Bürger jeden Gang vor die Haustür mit einer SMS an den Zivilschutz melden, etwa wenn sie einkaufen, zum Arzt oder zur Arbeit gehen.

Erst Mitte Januar waren die Schulen und die Geschäfte wieder geöffnet worden. Danach verdreifachte sich die im europäischen Vergleich recht niedrige Zahl der Neuinfektionen unter den rund 11 Millionen Einwohnern von 500 auf nunmehr 1500 Fälle pro Tag. Die Krankenhäuser stünden wegen der zahlreichen Corona-Fälle wieder stark unter Druck, hatte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias am Dienstagmorgen gewarnt. Das griechische Gesundheitssystem ist nach der jahrelangen schweren Finanzkrise des Landes nicht besonders gut aufgestellt und die Zahl der Intensivbetten vergleichsweise gering.