Tokio - Nach seinem positiven Corona-Test ist der Radsportler Simon Geschke in ein Quarantäne-Hotel in Tokio eingezogen. Wie Bernd Wolfarth, Chefmediziner des deutschen Olympia-Teams, am Sonnabend mitteilte, muss der 35-jährige gebürtige Berliner nach den geltenden Regeln dort bis zu zehn Tage bleiben. Sein Zimmerkollege im Außenquartier nahe der Strecke am Mount Fuji, Emanuel Buchmann, war negativ getestet worden und konnte am Sonnabend am olympischen Rennen über 234 Kilometer teilnehmen.

Er muss sich als enge Kontaktperson von Geschke danach in eine zehntägige Selbstisolation im Hotelzimmer begeben und darf nur dort das Essen einnehmen. Allerdings kann Buchmann das Hotel zum Training und im Falle eines weiteren Olympia-Starts verlassen.

Der DOSB werde nach Auskunft von Wolfarth nun prüfen, ob und wie Geschke und Buchmann so schnell wie möglich in die Heimat zurückkehren können – möglicherweise mit einem Privatflugzeug. „Die Ausreise und Einreise nach Deutschland muss auch mit den zuständigen Behörden geklärt werden“, sagte Wolfarth.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio haben die Organisatoren 17 weitere Corona-Fälle vermeldet. Damit stieg die Zahl der positiven Tests seit Beginn der Erfassung am 1. Juli auf insgesamt 123. 

Deutsches Team ist nicht besorgt

Nach dem ersten Corona-Fall im deutschen Olympiateam hat Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig „bei den Athleten keine gesteigerte Angst wahrgenommen“. Man wisse um die Situation, sagte der DOSB-Vorstand Leistungssport am Sonnabend und verwies auf die Vorsichtsmaßnahmen: „Wir werden täglich getestet, haben die Masken regelmäßig an und halten Abstand.“

Zum Fall des Berliner Radprofis Simon Geschke sagte Schimmelpfennig: „Alle sind erleichtert, dass es außerhalb des olympischen Dorfes passiert ist“, berichtete Schimmelpfennig: „Es ist eine Erinnerung, dass wir achtsam sein müssen und nicht nachlässig werden dürfen. Wir werden weitere Fälle nicht gänzlich ausschließen, aber die Wahrscheinlichkeit deutlich reduzieren können.“

Hinzu komme, dass 95 Prozent der deutschen Olympiateilnehmer vollständig geimpft seien. „Deshalb haben wir eine ganz gute Ausgangsposition“, betonte der Missionschef. Allerdings war auch Geschke, der nach dem positiven PCR-Test nicht am Straßenrennen teilnehmen konnte und für mindestens zehn Tage in ein Quarantänehotel musste, laut Olympiaarzt Bernd Wolfarth zweimal geimpft.