Berlin - Wegen eines antisemitischen Angriffs vor drei Jahren hatte das israelische Restaurant Feinberg's in der Schönberger Fuggerstraße traurige Bekanntheit erlangt. Ein Mann pöbelte Gastwirt Yorai Feinberg minutenlang an. Ein Videomitschnitt der Verbalattacke sorgte deutschlandweit für Empörung.

Der Betreiber ließ sich nicht einschüchtern und machte weiter. Jetzt berichten Medien wieder über Yorai Feinberg. Wie er auf seiner Facebook-Seite mitteilt, muss er eines seiner beiden Restaurants in der Fuggerstraße zum Jahresende schließen. Zehn Jahre hat er das Feinberg's betrieben. Nun muss er sich einschränken. Die Gründe für die Schließung seien eine Mieterhöhung und die fehlenden Einnahmen im Corona-Lockdown. Die Schließung sei „wie ein Kind zu verlieren“, schreibt Feinberg betrübt auf seiner Facebook-Seite.  

Wegen der Pandemie sind alle Restaurants mindestens bis zum 14. Februar geschlossen, nur ein Außer-Haus-Verkauf ist gestattet. Weil dadurch Einnahmen fehlen, geben immer mehr Berliner Gastronomen auf. Die Berliner Zeitung berichtet dazu in einem Dossier.

„Es tut besonders weh, während des Lockdowns, wo alle Gastronomen Existenzängste haben und in Zeiten von Abstandsregeln, bei denen das Restaurant nur vier Tische bewirten konnte, so einen Schlag zu bekommen. Trotz aller Regularien kennt das Gewerbemietrecht leider keinen Mieterschutz, trotz unfairen Machtverhältnissen und Interessenkonflikten“, erklärt der Betreiber auf seiner Facebook-Seite.

Der Facebook-Eintrag von Yorai Feinberg. Er hatte vor zehn Jahren das Restaurant selbst hergerichtet.

Er nennt auch seine Vermieter in dem Facebook-Posting: Martin Kühn (Kühn Group GmbH ) und Guido Ullrich (iVentureGroup , Contnet AG, Surf Media GmbH). Die Mieterhöhung sei für ihn ein „Schlag ins Gesicht“, so Feinberg.  

Korrektur: In einer vorherigen Version des Textes stand, dass Yorai Feinberg sein Restaurant in der Fuggerstraße schließen muss. Das war missverständlich. Nur das kleinere von zwei Restaurants, das Orginale Feinberg's, schließt zum Jahresende. Der größere Raum nebenan in der Fuggerstraße 33 bleibt offen.