Berlin - Reisende können bereits gebuchten Urlaub nicht einfach kostenlos stornieren, wenn ihr Zielland zu einem Corona-Hochrisikogebiet wird. Dies betrifft aktuell große Teile Österreichs sowie Tschechien und Ungarn, die vom 14. November an von der Bundesregierung als solche Hochrisikogebiete eingestuft sind.

Für Individualreisende hat die Einstufung erstmal keine Auswirkungen, erklärt Karolina Wojtal vom Europäischen Verbraucherzentrum. Davon seien nur zwei Ausnahmen denkbar, und zwar dann, wenn die Geschäftsbedingungen zum Beispiel des Hotels doch eine kostenlose Stornierung ermöglichen oder wenn ein Beherbergungsverbot für Touristen herrscht. In Österreich etwa ist das aber nicht in Sicht.

Auch für Pauschalreisende ergibt sich nun nicht unbedingt das Recht, den Reisevertrag ohne Stornogebühren zu kündigen. „Ob nach über einem Jahr Pandemie noch ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, wenn ein Land nach der Buchung zum Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet wird, ist bisher nicht höchstrichterlich geklärt“, sagt Wojtal.

Aufgrund der unklaren Rechtslage rät die Expertin Betroffenen, die auf eine Reise in ein Hochrisikogebiet verzichten wollen, mit ihrem Veranstalter eine gütliche Einigung zu suchen. Oft zeigten sich die Anbieter kulant und ermöglichen kostenlose Umbuchungen, sagt Woytal.