Berlin - Einkaufsgutscheine vom Staat sollen aus Sicht des Handels die Kunden zurück in die Geschäfte bringen. Jeder und jede solle einen 200-Euro-Gutschein erhalten, der in bestimmten stationären Geschäften eingelöst werden kann, die in der Corona-Krise schließen mussten. Das schlägt der Handelsverband Deutschland (HDE) in einem Zehn-Punkte-Plan für den nächsten Bundestag vor. Darüber berichtete das Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Das Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, regt zudem Millionenhilfen für Stadtzentren und die Digitalisierung des Handels an sowie Sonntagsöffnungen bis Jahresende. Schon zu Beginn der Pandemie hatte der Handel „Corona-Schecks“ für die Bürger vorgeschlagen, die jedoch nicht kamen.

Joe Biden macht’s vor: US-Bürger erhalten 1400 Dollar pro Kopf

Die Forderung nach entsprechenden Schecks oder Gutscheinen ist nicht so unrealistisch, wie sie klingen mag. Eine Einmalzahlung von 1400 Dollar pro Kopf – außer für Topverdiener – war im März das Herzstück eines Corona-Hilfspakets in den USA. Präsident Joe Biden hatte entsprechende Vorschläge bereits im US-Wahlkampf gemacht.

Deutschland: Bekleidungs- und Schuhgeschäfte büßen Umsatz ein

Während die Geschäfte in Deutschland im Online-Handel und im Lebensmittelsektor in der Corona-Pandemie deutlich besser liefen als zuvor, büßten viele andere Händler einen Großteil ihres Umsatzes ein. Betroffen waren etwa Bekleidungs- und Schuhläden. „Bis zu 120.000 Einzelhandelsgeschäfte könnten nach HDE-Schätzungen in Folge der Krise vom Markt verschwinden“, heißt es in dem Zehn-Punkte-Plan. Es drohten Leerstand und eine Verödung der Innenstädte.