Den Spieleverlagen geht es in Corona-Zeiten recht gut. Besucher auf einer Brettspiel-Messe (Symbolbild).
Foto: Roland Weihrauch/dpa

EssenDie deutsche Gesellschaftsspielbranche boomt und verzeichnete in der Corona-Krise bisher deutliche Umsatzsteigerungen. Über sämtliche Segmente hinweg gab es einen Umsatzanstieg von 21 Prozent, teilte der Branchenverband Spieleverlage am Montag vor der internationalen Spiele-Messe „Spiel.digital“ mit. Nachdem die Umsatze in den Vorjahren lediglich um ca. 10 Prozent angestiegen waren, sprach der Verbandsvorsitzende Hermann Hutter jetzt von einem „sensationellen“ Umsatzanstieg.

Die internationale Messe „Spiel.digital“ wird in diesem Jahr ab Donnerstag ausschließlich als ein viertägiges reines Digital-Format stattfinden. Normalerweise lockt die Besuchermesse bis zu 200.000 Spiele-Begeisterte nach Essen, in diesen besonderen Zeiten müssen sich die Spielefans aber mit virtuellen Spieltischen und digitalen Auftritten von mehr als 450 Ausstellern begnügen.

Bei der Gestaltung der Plattform ist nach Angaben des veranstaltenden Friedhelm Merz Verlags auf möglichst viele interaktive Elemente gesetzt worden: Spiele können mithilfe von Brettspielsimulatoren getestet werden, Spieleerklärer der Verlage stellen die Neuheiten vor. 17 Themenwelten vom Rollenspiel bis zu Angeboten für kleine Kinder sollen die Bandbreite der Interessen abbilden.

Weil die Macher mit Zugriffen aus aller Welt rechnen, gibt es Livestreams in vielen verschiedenen Sprachen. Geöffnet ist der digitale Messeauftritt rund um die Uhr – bei kostenlosem Zugriff. Präsentiert werden etwa 1400 Neuheiten aus 41 Nationen: So seien in diesem Jahr lateinamerikanische Verlage stärker vertreten als je zuvor.