Redhill - Im englischen Redhill nahe London hat eine Gruppe von Corona-Leugnern eine Intensivstation gestürmt. Angeführt vom britischen Corona-Leugner Tobe Hayden Leigh verschaffte sich eine Gruppe ohne Masken Zutritt zur Intensivstation des East Surrey Hospitals und verlangte die Entlassung eines älteren Patienten, der in dem Krankenhaus mit Sauerstoff versorgt wurde.

Zu der Gruppe soll auch die Familie des Patienten gehört haben. Die Ärzte lehnten das jedoch ab, da der Patient sich in einem kritischen Zustand befinde. Doch das wollte Leigh, der den gesamten Vorfall filmte, nicht akzeptieren, und warf dem medizinischen Personal vor, über die Verfassung des Mannes zu lügen.

Tobe Hayden Leigh verbreitet seit längerer Zeit Verschwörungsmythen zum Coronavirus und zu anderen Themen auf Facebook und YouTube. Auch das Video des Vorfalles stellte er ins Netz. Darauf ist zu sehen, wie Leigh und sein Gefolge mehr als 20 Minuten mit den Ärzten diskutierten. Leigh forderte darin, den Mann vom Beatmungsgerät zu nehmen. Die Ärzte verweigerten das und verwiesen auf seinen zu niedrigen Sauerstoffgehalt. „Er könnte jede Minute tot umfallen“, sagten sie, doch Leigh ignorierte das und warf den Ärzten vor, die Familie des Patienten über dessen Zustand im Dunkeln zu lassen.

Immer wieder war aus der Gruppe zu hören, dass das Coronavirus „nicht bewiesen“ sei. Leigh und seine Anhänger beleidigten das Klinikpersonal und forderten, die Beatmung sofort zu beenden und den Patienten stattdessen mit Vitaminen zu behandeln, was jedoch bei einer schweren Corona-Infektion nachweislich nicht hilft.

Auch der Patient selbst schaltete sich in die Diskussion ein und forderte unter ständigem Husten und Nach-Luft-Schnappen, mit der Gruppe mitgehen zu dürfen. Doch das konnten die Ärzte aus zwei Gründen nicht zulassen: Ohne Sauerstoffversorgung würde der Mann sterben – und zudem könnte er ein Infektionsrisiko für andere darstellen.

Der Sicherheitsdienst verwies die Gruppe schließlich des Krankenhauses, gegen zwei Personen, die sich nicht an die Corona-Schutzmaßnahmen gehalten hatten, wurden Strafen ausgesprochen. Weitere Ermittlungen sind angekündigt.