Nach dem Aus für eine Impflicht brodelt es in den sozialen Medien. Befürworter der gescheiterten Pflicht für eine Impfung gegen Corona warnen vor schlimmen Folgen. Spätestens im Herbst werde es sich rächen, dass viele Menschen nun auch weiterhin ungeimpft bleiben werden, so die Kernaussage. Auf der anderen Seite jubeln Gegner der Impfpflicht und Corona-Kritiker über das Ergebnis der Abstimmung im Bundestag gegen eine Impfpflicht. Unter dem Hashtag #ichhabemitgemacht werden in diesem Zusammenhang nun Politiker, Journalisten, Promis, Ärzte, Wissenschaftler und weitere Personen angeprangert, die sich für eine Impfplicht, deren Umsetzung sowie einen nach Ansicht der Tweet-Ersteller rigorosen Umgang mit Ungeimpften ausgesprochen hatten.

Mit Stand Freitagmorgen wurden bereits über 11.000 Tweets erstellt. Zugleich gibt es scharfe Kritik an dem hashtag. Die Vorwürfe: Hier werde zur Menschenjagd aufgerufen, das öffentliche Anprangern sei eine klassische Methode Rechtsradikaler, zudem werde die Spaltung der Gesellschaft bewusst weiter vorangetrieben.

Neben Politikern wie Jens Spahn, Karl Lauterbach, Boris Palmer oder Winfried Kretschmann werden auch viele Journalisten attackiert. So etwa der Ex-Bild-Mann Nikolaus Blome. Er hatte in einem Beitrag für den Spiegel geschrieben: „Ich hingegen möchte an dieser Stelle ausdrücklich um gesellschaftliche Nachteile für all jene ersuchen, die freiwillig auf eine Impfung verzichten. Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen.“

Auch die ARD-Reporterin Sara Frühauf wird hier zitiert. Frühauf hatte in einem Kommentar in der Tagesschau gesagt, Ungeimpfte müssten sich „fragen, welche Mitverantwortung sie haben an den wohl tausenden Opfern dieser Corona-Welle“. Und weiter: „Viel zu lange haben die politisch Verantwortlichen gezögert, sie hätten viel früher den Druck auf Ungeimpfte erhöhen müssen.“

Auch Prominente wie etwa Charlotte Würdig werden bei Twitter angegriffen. Würdig hatte in der Fernsehshow Frank Plasberg gesagt, sie würde an Weihnachten keine Ungeimpften in ihr Haus lassen. Ebenfalls im Visier der Corona-Kritiker ist Ethikrats-Vorsitzende Alena Buyx. Sie hatte unter anderem gesagt, dass „stärkere Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Menschen, so wie sie in verschiedenen Bundesländern bereits eingeführt wurden, aus ethischer Perspektive klar zulässig“ seien. So sei klar, dass Ungeimpfte „eindeutig mehr zur Verbreitung des Virus beitragen, deutlich häufiger erkranken und häufiger intensivmedizinische Behandlung brauchen“ würden.