Dunstglocke über Berlin.
Foto: dpa/Federico Gambarini

BerlinWährend der Corona-Einschränkungen ist die Stickoxid-Konzentration in größeren deutschen Städten um ein Drittel gesunken. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach unter Berufung auf eine Analyse mit, die er mit Unterstützung des Umweltbundesamts erstellte. Grund war demnach das geringere Verkehrsaufkommen. Der Rückgang der Konzentrationen dieser Luftschadstoffe in der Phase der Corona-Beschränkungen von Mitte März bis Mitte Mai belief sich laut der Analyse auf etwa 30 Prozent.

Die Daten der Luftmessstationen des Umweltbundesamts wurden für die Analyse zunächst mit meteorologischen Informationen in Beziehung gesetzt, um Vergleiche zu ermöglichen. Windgeschwindigkeiten und Lufttemperaturen haben laut dem DWD einen entscheidenden Einfluss auf die Stickoxid-Konzentration. Ihr Einfluss musste herausgerechnet werden, um den tatsächlichen „Corona-Effekt“ durch das zeitweise viel niedrigere Verkehrsaufkommen zu ermitteln. Stickoxide stammen hauptsächlich aus Abgasen von Verbrennungsmotoren; Autos sind die Hauptquelle.

Das Untersuchungsergebnis bezieht sich laut Wetterdienst auf die Lage in den 48 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern in der Zeit von Beginn des Lockdowns am 23. März bis zum Auslaufen am 17. Mai. In der ersten Hälfte waren die Maßnahmen noch wesentlich strikter und die Rückgänge höher. In der zweiten Hälfte zog der Verkehr bereits wieder an, was den Experten zufolge auch die Differenz wieder abschwächte.