Dresden - Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat erneut Fehler in der Corona-Politik eingeräumt. Im Herbst sei die Landespolitik aufgrund der allgemeinen Stimmung zu zögerlich gewesen, mit harten Maßnahmen auf die Pandemie zu reagieren, sagte er im Interview der Freien Presse aus Chemnitz. In der Rückschau wäre es besser gewesen, das Land deutlich früher herunterzufahren, so Kretschmer – „auch wenn das bestimmt viel Unverständnis in der Bevölkerung ergeben hätte“.

Erst durch den Besuch mehrerer Klinken in Sachsen am 11. Dezember sei ihm die Dramatik der aktuellen Situation bewusst geworden, sagte der Politiker weiter: „Mir war nicht klar, dass das Personal in Aue schon seit sechs Wochen vor meinem Besuch am Limit arbeitete (...). Ich hätte mir gewünscht, dass ich früher gewarnt worden wäre.“