Trassenheide - Patienten einer Klinik auf Usedom mussten ihre Reha abbrechen, weil sie an sogenannten Corona-Partys teilgenommen haben sollen. Einem Bericht des Nordkuriers zufolge sollen sich etwa eine Woche lang abends rund 20 Personen an der Strandpromenade in Trasseneide getroffen haben, um zusammen Alkohol zu trinken und laute Musik zu hören. Dabei sollen Passanten aus der Gruppe heraus auch beschimpft worden sein. Nach einer erneuten Corona-Party am Donnerstagabend habe die Klinikleitung dann Konsequenzen gezogen und fünf Patienten aus der Einrichtung geworfen. 

Genervte Zeugen sollen gegen 21.30 Uhr die Polizei alarmiert haben. Als ein Streifenwagen über eine halbe Stunde später eintraf, um Verstöße gegen die Corona-Verordnung des Landes zu kontrollieren, war niemand mehr da.  „Der Hinweisgeber informierte parallel zu uns auch die Klinik. Der dortige Wachschutz hatte die Veranstaltung unterbunden, als die Kollegen ankamen“, erklärte Polizeisprecherin Katrin Kleedehn dem Nordkurier. Auf einem Video, das der Zeitung vorliegt, soll einer der Teilnehmer davon sprechen, das man „den Ballermann an die Ostsee“ holen werde.

Ausgangssperre ignoriert: Mehrere Patienten müssen Klinik verlassen

Acht Patienten hätten sich nicht an die Ausgangssperre ab 21 Uhr gehalten, hieß es. Sie seien am Donnerstagabend erst nach 22 Uhr wieder in der Einrichtung gewesen. Der Vorfall sei noch am Donnerstagabend mit Mitarbeitern des Unternehmens ausgewertet worden. Am Tag darauf habe auch die Polizei bei Gesprächen teilgenommen. Fünf Patienten mussten nach Anordnung der Klinikleitung am Freitag abreisen. 

Wie viele Menschen sich tatsächlich an der Strandpromenade trafen, bliebt jedoch unklar. Augenzeugen wollen mehr als 20 Personen gesehen haben. Die Polizei sprach von maximal 15 Teilnehmern der Corona-Party. In der jüngsten Vergangenheit sei es an der Promenade aufgrund der Einschränkungen und Verbote abends immer ruhig geblieben. Die Polizei wolle nun nach eigenen Angaben die Gegend im Auge behalten und intensiver kontrollieren.