CottbusEine AfD-Politikerin hat mit einer Feier in ihrer Cottbuser Wohnung gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen. Als alarmierte Polizisten die Veranstaltung auflösen wollten, soll es einem Bericht der Lausitzer Rundschau zufolge zu einem Angriff auf einen Beamten gekommen sein. 

Wie die Polizei Brandenburg mitteilte, wurden Einsatzkräfte in der Nacht zu Dienstag zu einer Wohnung in der Cottbuser Stadtpromenade alarmiert, weil Anwohner über eine Ruhestörung klagten. Laut Zeugen sollen auch Feuerwerkskörper aus dem Fenster gezündet worden sein. Als die Beamten eintrafen, sollen neun Frauen und Männer im Alter von 18 bis 33 Jahre lautstark zusammen gefeiert haben, obwohl derzeit nur maximal fünf Personen über 14 Jahren aus zwei Haushalten erlaubt sind.

AfD-Stadtverordnete Monique Buder hatte zur Party eingeladen

Bei der Mieterin der Wohnung handelte es sich nach Informationen der Lausitzer Rundschau um eine Cottbuser AfD-Stadtverordnete. Laut Polizei hatte sie sich gegenüber den Beamten aggressiv verhalten und die Identitätsfeststellung abgelehnt. Auch ein AfD-Landtagsabgeordneter soll dem Bericht zufolge unter den Gästen gewesen sein. Da die Gastgeberin und ihre Gäste gegen das Infektionsschutzgesetz verstießen, sollen die Polizisten die Gruppe gebeten haben, zu gehen. Dabei sei es zu hitzigen Diskussionen gekommen. 

Ein 35-jähriger Gast soll einen der Beamten angegriffen haben. Als der Polizist nach einem Sturz am Boden lag, soll der Mann sich auf ihn gekniet und ihn gewürgt haben. Erst nach dem Einsatz von Pfefferspray soll der Angreifer von dem Beamten abgelassen haben. Die Wohnungsmieterin und der 35-Jährige kamen daraufhin kurzzeitig in Polizeigewahrsam. Laut Polizei seien beide stark alkoholisiert gewesen. Atemalkoholtests ergaben Werte von 1,58 und 1,77 Promille. 

Die Polizei ermittelt nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Außerdem wurde das zuständige Gesundheitsamt über die Verstöße gegen die Eindämmungsverordnung informiert.