Stralsund - Die Polizei in Stralsund hat am Montagabend während einer nicht angemeldeten Corona-Demo einen als Weihnachtsmann verkleideten Mann festgenommen. Ein Video der Szene sorgte am Dienstagvormittag im Internet für Wirbel. 

Die Aufnahmen, die auf Twitter und Facebook hochgeladen wurden, zeigen Polizisten, die außerhalb des Weihnachtsmarktes in der Ostsee-Stadt den kostümierten Mann überprüfen. Weil der Mann sich nicht ausweist, führen ihn die Beamten kurz darauf ab. Dabei lässt sich der Mann sich immer wieder fallen und wird einige Meter auf den Knien mitgeschleift. Es ertönen laute Buh-Rufe, es wird aber auch Applaus geklatscht. Umstehende schreien die Einsatzkräfte an: „Schämt euch, schämt euch!“

Mann in Weihnachmann-Kostüm protestierte gegen die Corona-Maßnahmen

Unter dem Hashtag #stralsund landete das Video sogar in den Twitter-Trends und war damit einer der am häufigsten verwendeten am Dienstagmorgen in Deutschland. Viele Nutzer kommentierten die Szene empört.

An Nachmittag bezog die Polizei Stralsund Stellung zu dem Vorfall. Demnach kam es am Montagabend gegen 18 Uhr zu einem nicht angemeldeten Spontanaufzug mit etwa 65 Kritikern der Corona-Maßnahmen auf dem Alten Markt in Stralsund. Die Teilnehmer protestierten demnach gegen eine allgemeine Impflicht. Da gegen das Versammlungsgesetz verstoßen wurde, stellten die Polizisten die Personalien der Demonstranten fest. Dabei hätten sie auch den Mann mit dem Weihnachtsmann-Kostüm überprüfen wollen. 

Mann in Weihnachtsmann-Kostüm ist bei der Polizei kein Unbekannter

„Auch die Polizei war überrascht, dass der Weihnachtsmann sich nicht an Recht und Gesetz hält und zudem seine Meinung mit einem Plakat kundtut“, teilte die Polizei mit. Bei dem 47-jährigen Stralsunder handelte es sich offensichtlich um einen Akteur der Versammlung. Er sei laut Polizei nicht als Weihnachtsmann auf dem dortigen Weihnachtsmarkt eingesetzt worden. Da er sich nicht ausweisen wollte oder konnte, wurde er vorläufig festgenommen, hieß es weiter. Gegen ihn wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ermittelt. Er wurde im Anschluss der Maßnahmen wieder freigelassen. 

Der Mann ist bei der Polizei in Stralsund kein Unbekannter. Er gelte als jemand, der die harten Corona-Maßnahmen der Politik ablehnt. Nach Angaben der Polizei soll er bereits mehrmals gegen das Versammlungsgesetz im Zusammenhang mit Corona-kritischen Demonstrationen verstoßen haben.