Berlin - Mehr als 21.000 Verstöße gegen die Corona-Einschränkungen sind von der Berliner Polizei im vergangenen und diesem Jahr erfasst worden. Der größte Teil davon waren leichtere Verstöße, die als Ordnungswidrigkeiten geahndet wurden. Dazu kamen Strafverfahren wegen gravierender Vergehen. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine FDP-Anfrage hervor.

Die Zahlen sind allerdings nicht vollständig, weil die Zeiträume verschieden sind. So gab der Senat von August bis Ende 2020 die Zahl von rund 7200 Ordnungswidrigkeiten an. Für 2021 waren es bis Anfang September weitere rund 12.200 Ahndungen. Straftaten wurden hingegen fast nur im vergangenen Jahr festgestellt, damals waren es nach den Angaben bis Jahresende 1918 Delikte. Und im laufenden Jahr 2021 nur 89.

Zahlreiche weitere Verstöße wurden zudem von den zuständigen Ordnungsämtern der zwölf Berliner Bezirke erfasst. Die genauen Zahlen aus diesem Jahr sollen aber noch nicht vorliegen. Im vergangenen Jahr sollen es laut Senatsangaben fast 52.000 Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz gewesen sein. Das ging Mitte Juli aus einer Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Linke) hervor.

Corona-Regeln ignoriert: Viele Verstöße bleiben straffrei 

Außerdem würden „Barverwarnungen“ und mündliche Hinweise und Verwarnungen durch Ordnungsamtskräfte nicht erfasst. Nur Tempelhof-Schöneberg teilte mit, 2020 seien 706 Verstöße und 2021 bisher 2134 Verstöße festgestellt worden.

Das Eintreiben der Bußgelder für alle Ordnungswidrigkeiten ist auch Sache der Bezirke und da zeigen die Zahlen, dass viele Verstöße wohl straffrei bleiben. Aus dem Jahr 2020 sind rund 650.000 Euro Bußgelder noch offen, bereits eingenommen wurden hingegen nur rund 380.000 Euro. Mehrere Bezirke lieferten gar keine Zahlen zu.