Fast ein Jahr später als ursprünglich geplant will der französische Pharmakonzern Sanofi die Zulassung eines eigenen Corona-Impfstoffs beantragen. Klinische Studien des Vakzins, das in Zusammenarbeit mit dem britischen Konzern GSK entwickelt wurde, hätten positive Ergebnisse erbracht, wie Sanofi am Mittwoch erklärte. Wiederholte Verzögerungen bei der Entwicklung des Impfstoffs hatten dazu geführt, dass die Zulassung nun mit deutlicher Verspätung beantragt wird.

Studien: Hundertprozentiger Schutz gegen schwere Verläufe

Die zwei Pharmakonzerne kündigten an, dass sie die Zulassung für ihren Impfstoff in den USA und der Europäischen Union beantragen wollen. Die Studien zeigten demnach einen hundertprozentigen Schutz gegen schwere Verläufe von Covid-19, erklärte Sanofi. Der Impfstoff habe außerdem eine fünfzigprozentige Wirksamkeit gegen alle Symptome einer Corona-Infektion.

Eine Zulassung des Vakzins wäre der erfolgreiche Abschluss langwieriger Bemühungen des Konzerns, einen eigenen Corona-Impfstoff zu entwickeln. Das französische Unternehmen hatte ursprünglich gehofft, bereits Mitte 2021 positive Studienresultate präsentieren zu können. Aufgrund einer fehlerhaften Dosierung war das Datum jedoch zunächst um sechs Monate nach hinten verschoben worden. Anschließend hatte das Unternehmen Schwierigkeiten, für die klinischen Studien Menschen zu finden, die noch nie mit Corona infiziert waren.

Die Verzögerungen bei Sanofi sowie die Ankündigung des renommierten Institut Pasteur im Frühjahr 2021, die Pläne für einen eigenen Impfstoff aufzugeben, hatten in Frankreich für Unmut gesorgt. Das Land sieht sich selbst als einen Vorreiter mit Blick auf pharmazeutische Technologien.

Wie Novavax: Neuer Impfstoff ist protein-basiert

Der von Sanofi entwickelte Impfstoff basiert nicht auf der mRNA-Technologie wie beispielsweise die Vakzine von Biontech/Pfizer oder Moderna. Wie das kürzlich in der EU zugelassene Corona-Vakzin ist er ein Protein-basierter Impfstoff.

Der Konzern hofft deshalb, dass auch bisher ungeimpfte Menschen zu einer Immunisierung mit dem neuen Impfstoff bereit sind. Die Impfung nutze eine „weit verbreitete Herangehensweise, die in vielen Anwendungsfällen, beispielsweise bei Grippeimpfungen, zum Einsatz kommt“, erklärte der Vorstand für Impfstoffe bei GSK, Roger Connor.

Die EU hat bereits mehrere Millionen Dosen des Impfstoffs vorbestellt und Sanofi hat gute Chancen, in den weltweiten Booster-Kampagnen eine Rolle zu spielen. Da viele Länder – insbesondere im globalen Süden – noch keine hohen Impfraten haben, besteht zudem weiterhin eine Nachfrage nach neuen Impfstoffen.