Bezirksrichter in den USA, die von republikanischen Präsidenten ernannt wurden, bestanden während der Pandemie mit geringerer Wahrscheinlichkeit auf das Tragen von Masken im Gerichtssaal. Dies geht aus einer Studie der School of Law der Washington University in St. Louis hervor. Phys.org berichtete über die Publikation, die im SSRN Electronic Journal veröffentlicht wurde.

„Wir finden starke Beweise dafür, dass die politische Ideologie die Verwaltung der Justiz während der Pandemie beeinflusst hat“, heißt es in der Studie. Kyle Rozema ist Rechtsprofessor und einer der Co-Autoren der Untersuchung. Er sagt: „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir starke Beweise dafür finden, dass die politische Ideologie die Führung der Justiz während der Pandemie beeinflusst hat.“

Die Studie wurde erstellt, um das empirisch nur selten betretene Feld des Einflusses von politischen Präferenzen von Richtern auf ihre Managemententscheidungen zu untersuchen. „Unsere Ergebnisse liefern daher einige der ersten Beweise dafür, dass Ideologie eine wichtige Kraft in der Verwaltung der Bundesjustiz sein kann“, heißt es weiter.

Entscheidungen aufgrund von Ideologie getroffen

Die politische Haltung des Obersten Richters hat den Studienautoren zufolge einen Einfluss von 24 Prozent auf die Anordnung einer Maskenpflicht. Nach Schätzungen der Autoren gibt es Hinweise, dass der Austausch eines vom demokratischen Präsidenten ernannten Obersten Richters gegen einen vom republikanischen Präsidenten ernannten Obersten Richter die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Gerichtsgebäude Maskenpflicht herrscht, von 52 Prozent auf 28 Prozent verringert.

Die Studienautoren ziehen folgendes Fazit: „Kurz gesagt, die Obersten Richter trafen aufgrund ihrer Ideologie unterschiedliche Entscheidungen darüber, wie sie Gesundheitsbedenken ausräumen sollten und über die Verfahrensrechte der Prozessparteien im Justizsystem.“