Die neue Corona-Variante B.1.1.529 – das Wichtigste in Kürze:

  • In Südafrika ist die neue Coronavirus-Variante B.1.1.529 entdeckt worden.
  • Die WHO stuft die Corona-Variante Omikron als „besorgniserregend“ ein.
  • Drei Fälle der Omikron-Virusvariante in Deutschland sind bestätigt.
  • Die Variante könnte wegen ungewöhnlich vieler Mutationen hoch ansteckend sein und den Impfschutz leichter durchbrechen.
  • Die Bundesregierung stuft acht afrikanische Länder als Virusvariantengebiete ein. Deutschland und andere Staaten schränken den Flugverkehr aus Südafrika ein.

Omikron: Großbritannien beruft G7-Treffen der Gesundheitsminister ein 

Angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus hat Großbritannien ein außerplanmäßiges Treffen der G7-Gesundheitsminister einberufen. Die Fachminister der führenden westlichen Wirtschaftsnationen werden am Montag die aktuellen Entwicklungen diskutieren, wie die britische Regierung am Sonntagabend mitteilte. Großbritannien hat noch bis Ende des Jahres den Vorsitz der G7-Staaten inne. Neben Deutschland und Frankreich gehören auch Italien, die USA, Kanada und Japan zu dem Bündnis.

Verdachtsfälle auf Omikron-Variante in Essen und Düsseldorf 

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es nun Verdachtsfälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus. Es gebe in Essen und in Düsseldorf erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Sonntag laut Mitteilung. 

Ein Sprecher des Ministeriums sagte auf dpa-Anfrage, es könne wahrscheinlich erst am Montag gesagt werden, um wie viele Verdachtsfälle es sich handelt. Laumann teilte weiter mit: „Wir werden die neue Variante und ihre Verbreitung wie auch das Infektionsgeschehen insgesamt weiter ganz genau beobachten.“ Und: „Eins macht die aktuelle Situation deutlich: Wir müssen weiter sehr aufmerksam sein.“

Südafrikas Ärzte: Das sind die Symptome bei einer Omikron-Infektion

Die bislang mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium. In dem Land seien nur rund 24 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

„Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen“, sagte sie. Es handele sich nicht um Patienten, die direkt in ein Krankenhaus eingeliefert würden, sagte Coetzee. Dem „Telegraph“ sagte sie, man müsse sich aber Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen, die zusätzlich an Diabetes oder Herzkrankheiten litten, viel härter treffen könnte. In Südafrika sind nur etwa sechs Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt.

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Sie fügte hinzu, die Symptome der neuen Variante seien zwar ungewöhnlich, aber mild. Sie sei zum ersten Mal auf die Möglichkeit einer neuen Variante aufmerksam gemacht worden, als Anfang November Patienten mit ungewöhnlichen Covid-19-Symptomen in ihre Praxis in Pretoria gekommen seien. Sie hätten unter starker Müdigkeit gelitten. Keiner von ihnen habe einen Geschmacks- oder Geruchsverlust beklagt. „Ihre Symptome waren so anders und milder als die, die ich zuvor behandelt hatte“. Coetzee war den Angaben zufolge die erste südafrikanische Ärztin, die die Behörden am 18. November auf Patienten mit einer neuen Variante aufmerksam gemacht hatte.

Omikron-Variante: Von der Leyen ruft zu Vorsorgemaßnahmen auf 

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat angesichts der neuen Coronavirus-Variante zu Vorsorgemaßnahmen und raschem Handeln aufgerufen. „Wir nehmen diese Omikron-Variante sehr ernst und wissen, dass wir uns jetzt in einem Wettlauf gegen die Zeit befinden“, sagte sie am Sonntag bei einem Besuch in Lettland. Noch sei nicht alles bekannt und die Wissenschaftler und Hersteller bräuchten zwei oder drei Wochen, um sich ein vollständiges Bild über die Qualität der Mutation der Omikron-Variante zu machen.

„Die allgemeine Devise lautet: Hoffe auf das Beste und bereite dich auf das Schlimmste vor“, sagte die EU-Kommissionspräsidentin. Höchste Priorität habe jetzt Abstand halten, Kontakte reduzieren und so viel wie möglich impfen und auffrischimpfen. „Wir müssen Zeit kaufen“, sagte sie auf einer Pressekonferenz in Riga.

Nach Angaben von der Leyens stehe die EU in Sachen Impfstoff „auf der sicheren Seite“. Der Vertrag mit Biontech/Pfizer über den Kauf von bis zu 1,8 Milliarden Corona-Impfstoff beinhalte demnach eine Klausel, wonach die Hersteller den Corona-Impfstoff innerhalb von 100 Tagen an neue Mutationen anpassen können.

Verdacht auf Infektion mit Omikron-Variante in Hessen bestätigt 

In Hessen ist ein Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Die Sequenzierung habe die Variante bei dem am Samstag bekanntgegebenen Verdachtsfall bestätigt, teilte Hessens Sozialminister Kai Klose am Sonntagmittag auf Twitter mit.

Bei der betroffenen Person handelt es sich den Angaben zufolge um einen Reiserückkehrer aus Südafrika. Sie stamme aus dem Rhein-Main-Gebiet. Am Samstag hatte die Behörde mitgeteilt, die Virologin Sandra Ciesek habe in dem Fall mehrere typische Merkmale der Virusvariante Omikron ermittelt, die von der WHO als besorgniserregend eingestuft wird.

Die Person war nach Angaben des Ministeriums schon am 21. November aus Südafrika in Frankfurt angekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft gewesen. Sie war den Angaben zufolge vollständig geimpft, entwickelte dann im Laufe der Woche Symptome und ließ sich testen.

Niederlande melden mindestens 13 Omikron-Fälle unter Südafrika-Rückkehrern 

Die Niederlande haben mindestens 13 Fälle der neuen Coronavirus-Variante Omikron bei Reiserückkehrern aus Südafrika entdeckt. Unter den 61 am Flughafen Amsterdam positiv auf das Coronavirus getesteten Reisenden aus Südafrika seien mindestens 13 Omikron-Infizierte, teilten die niederländischen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Die Auswertung der Tests sei aber noch nicht abgeschlossen, weitere Fälle der neuen Virusvariante seien möglich.

Moderna arbeitet seit Thanksgiving an Omikron-Impfstoff

Der Impfstoffhersteller Moderna hat bereits am gerade vergangenen Thanksgiving-Feiertag mit der Arbeit an einem Impfstoff gegen die Omikron-Variante begonnen. Hunderte seiner Mitarbeiter hätten nach ersten Veröffentlichungen zur Mutante direkt an dem in den USA üblicherweise groß gefeierten Festtag angefangen, an einer entsprechenden Anpassung des Corona-Impfstoffs zu arbeiten, sagte der Chef des Pharmakonzerns, Paul Burton, am Sonntag in einem BBC-Interview. Thanksgiving fiel in diesem Jahr auf den 25. November - also den vergangenen Donnerstag.

Es werde noch einige Wochen dauern, bis man gesicherte Erkenntnisse darüber habe, wie sehr sich die neue Corona-Variante der Wirkung der aktuellen Impfstoffe entziehe und ob ein neues Vakzin produziert werden müsse. Sollte dies der Fall sein, rechne er damit, dass dieser Anfang 2022 in großem Maßstab hergestellt werden könnte. Wie auch das Mittel von Biontech gehört das Vakzin von Moderna zu den mRNA-Impfstoffen, deren Anpassung an neue Varianten als relativ gut machbar gilt.

Angola reagiert mit Reiseverboten auf Omikron-Virusvariante

Als erstes Land im südlichen Afrika stoppt Angola wegen der neuen Coronavirus-Variante Omikron Flüge aus den Nachbarstaaten. Die staatliche Fluggesellschaft Taag erklärte, alle Verbindungen nach Mosambik, Namibia und Südafrika würden bis auf Weiteres ab Sonntag ausgesetzt. Die Reiseverbote gingen mit einer Entscheidung der Regierung einher, Flugverbindungen mit Botsuana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika und Simbabwe zu streichen.

Fälle mit Omikron-Variante häufen sich in Europa

In Europa häufen sich die Corona-Fälle mit der erstmals in Südafrika entdeckten neuen Virusvariante Omikron und versetzen den Kontinent in Alarmbereitschaft: Nach ersten Fällen in Deutschland, Großbritannien und Italien wurde die neue Mutante am Samstag auch in Tschechien gemeldet. In Bayern bestätigten die Behörden zwei Fälle. 

Israel schließt wegen Omikron-Variante erneut seine Grenzen

Wegen der Coronavirus-Variante Omikron schließt Israel ab Sonntagabend seine Grenzen erneut für Ausländer. „Die Einreise für ausländische Staatsbürger nach Israel wird untersagt, mit Ausnahme von Fällen, die von einem Sonderkomitee genehmigt werden“, teilte das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett mit. Die Regierung muss der vom Coronakabinett beschlossenen Maßnahme noch zustimmen. In Israel wurde bislang ein Fall der neuen Virusvariante Omikron bestätigt.

Geimpfte israelische Staatsbürger dürfen demnach weiterhin einreisen, müssen aber einen PCR-Test vorlegen und sich für drei Tage in Quarantäne begeben. Ungeimpfte Israelis müssen für sieben Tage in Quarantäne.

Zwei Fälle der Omikron-Virusvariante in Deutschland bestätigt 

In München sind die ersten beiden Fälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus in Deutschland bestätigt worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag.

Behörde: Neue Variante „wahrscheinlich“ unter 61 positiv Getesteten in Schiphol

Unter den 61 Flugreisenden aus Südafrika, die auf dem niederländischen Flughafen Schiphol positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, sind nach Angaben der niederländischen Behörden „wahrscheinlich“ auch Menschen mit der neuen Virusvariante Omikron. „Die Omikron-Variante ist wahrscheinlich bei einigen getesteten Menschen gefunden worden“, teilte das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit (RIVM) am Samstag mit. Es würden weitere Analysen vorgenommen, um endgültig zu bestimmen, ob die neue Virusvariante dabei sei.

Nach Angaben der niederländischen Gesundheitsbehörde GGD kamen die Passagiere mit zwei Flügen aus Südafrika an. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben. Die positiv Getesteten wurden demnach in einem Quarantänehotel nahe des Flughafens untergebracht.

Erster Fall der Omikron-Virusvariante in Tschechien aufgetaucht 

In Tschechien ist erstmals die neu entdeckte Corona-Variante Omikron nachgewiesen worden. Nach einer sogenannten Genomsequenzierung stehe dies „mit rund 90-prozentiger Sicherheit“ fest, sagte ein Sprecher des Krankenhauses im nordböhmischen Liberec (Reichenberg) am Samstagabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender CT. Eine weitere Probe sei zur näheren Analyse an das nationale Referenzlabor in Prag geschickt worden.

Nach Aussage des geschäftsführenden tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis handelt es sich bei der Patientin um eine Frau, die mit dem Flugzeug aus Namibia zurückgekehrt war - mit Umstieg in Südafrika und Dubai. Sie befinde sich in Isolierung, alle Kontakte würden nachverfolgt. Die Frau habe einen leichten Krankheitsverlauf und sei geimpft gewesen.

Omikron-Variante in Italien nachgewiesen - weitere Untersuchung 

Ein Labor in Italien hat bei einer Genomsequenzierung die Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Die Probe werde für eine weitere Bestätigung untersucht, um die Abstammung definitiv B.1.1.529 zuzuweisen, teilte das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) am Samstagabend in Rom mit. Ein Labor in Mailand hatte das Genom demnach aus der Probe einer positiv getesteten Person aus Mosambik sequenziert, die der Nachrichtenagentur Ansa zufolge vor wenigen Tagen in Mailand mit dem Flugzeug ankam. Sie und die Familienangehörigen, die in der süditalienischen Region Kampanien wohnen, seien in guter gesundheitlicher Verfassung, erklärte das ISS weiter.

Spahn: Impfstoff-Versorgung auch bei Ausbreitung von Omikron gesichert 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält die Versorgung mit Corona-Impfstoff auch dann für gesichert, falls sich die Virusvariante Omikron in Europa ausbreitet. Die EU habe für die kommenden beiden Jahre insgesamt zwei Milliarden Impfdosen bestellt - diese Bestellmenge sei auch dann gesichert, wenn der Impfstoff zum Kampf gegen die Omikron-Variante verändert werden müsse, sagte Spahn am Samstag bei einer Online-Expertenbefragung seines Ministeriums in Berlin.

„Wir haben Produktionskapazitäten, falls man den Impfstoff anpassen müsste“, sagte Spahn. „Das ist genug, um Europa fast fünf Mal zu impfen.“

Omikron-Verdacht in Hessen - Gesundheitsamt erwartet am Montag Ergebnisse 

Im Fall des Verdachts einer Infektion mit der neuen Corona-Variante  Omikron in Hessen erwartet das Frankfurter Gesundheitsamt am Montag genaue Ergebnisse. Die Virologin Sandra Ciesek habe in dem Fall des Reiserückkehrers aus Südafrika mehrere typische Merkmale der Virusvariante ermittelt, teilte die Behörde am Samstag mit. Nun stünden noch die Resultate der vollständigen Sequenzierung aus. Das Gesundheitsamt stehe in direktem Kontakt zu der Person, die sich in Isolation befinde. Es seien vor Ort alle nötigen Maßnahmen getroffen worden, um schnell zu klären, wer infiziert sei und wer in Quarantäne müsse.

Person mit Omikron-Verdacht war vollständig geimpft

Die über den Frankfurter Flughafen eingereiste Person mit dem Verdacht einer Infektion mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus war vollständig geimpft. Sie sei am 21. November aus Südafrika über den Frankfurter Airport ins Land gekommen, teilte das hessische Sozialministerium am Samstag in Wiesbaden mit. Im Laufe der Woche habe die Person Symptome entwickelt und sich daraufhin testen lassen. Anschließend sei sie häuslich isoliert worden. Mit dem Ergebnis der vollständigen Sequenzierung sei in den nächsten Tagen zu rechnen. Zum Zeitpunkt der Ankunft sei Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft gewesen.

PCR-Test und Quarantäne für alle Einreisenden nach Großbritannien 

Angesichts der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus verschärft Großbritannien seine Regeln für Einreisende aus aller Welt. Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson am Samstag mitteilte.

Experten: Impfung ist auch bei Varianten wie Omikron besser als keine 

Auch wenn die Wirksamkeit der verfügbaren Impfstoffe bei der neuen Corona-Variante Omikron nach bisher bekannten Daten geringer sein könnte: Die Impfung bleibt auch in diesem Fall die beste Option, wie Experten betonen. „Alle Menschen, die sich impfen lassen, fangen nicht bei null an, wenn sie sich mit einer neuen Variante infiziert haben“, betonte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), am Samstag in Berlin bei einem virtuellen Bürgerdialog. Sie hätten auf jeden Fall schon einen gewissen Impfschutz, das sei entscheidend zu wissen.

Zwar gebe es bei Omikron viele Veränderungen an Stellen, an denen gerade die besten Antikörper binden können, sagte Leif Erik Sander, Immunologe an der Charité Berlin. „Aber unser Körper bildet eine Unmenge an verschiedenen Antikörpern.“ Hinzu kämen spezielle Zellen der Immunabwehr, die in der Regel ganz andere Stellen erkennen als die Antikörper. „Also wir haben immer ein Netz und einen doppelten Boden.“ Gerade bei der zellulären Immunität sei er sehr optimistisch, dass sie auch bei Omikron greife - und das sei die, die den Körper schütze, wenn das Virus in die Lunge eindringe und dort zu schwerem Lungenversagen führen könnte. „Darum sind wir optimistisch, dass wir mit so einer neuen Variante nicht bei null anfangen.“

Das Level an Immunität könne durch die Booster-Impfungen generell noch einmal sehr stark angehoben werden - was auch gegen Varianten helfe, führte der Infektionsimmunologe weiter aus. „Die Booster bleiben wichtig, gerade auch bei den Varianten.“ Für eine genaue Einschätzung speziell zu Omikron fehlten bislang noch Daten - noch sei daher auch unklar, ob eine Anpassung der Impfstoffe nötig werde.

Zwei Fälle der Omikron-Variante in Großbritannien entdeckt

n Großbritannien sind zwei Corona-Fälle mit der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante entdeckt worden. In den englischen Städten Nottingham und Chelmsford sei jeweils ein Fall festgestellt worden, teilte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag mit. Beide Fälle sollen miteinander in Verbindung stehen und auf Reisen in den Süden Afrikas zurückzuführen sein.

Die betroffenen Personen und ihre Haushalte befänden sich in Quarantäne, außerdem werde man in den Gegenden verstärkt testen, kündigte Javid an.

Zwei Corona-Tests bei Kapstadt-Passagieren in München positiv 

Aus dem am Freitagabend in München angekommenen Flug mit Passagieren aus Kapstadt sind zwei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bekannt. Beide seien isoliert. Um welche Variante des Virus es sich dabei handelt, war zunächst unklar. Es laufe die Genomsequenzierung um herauszufinden, ob es sich bei den Proben tatsächlich um die neue besorgniserregende Variante Omikron handelt. Die Öffentlichkeit werde über das Ergebnis sofort informiert, sobald es vorliege.

Hongkong: Omikron-Infizierte weisen starke Viruslast auf

Laut Angaben der Hongkonger Regierung wurde die Omikron-Variante des Coronavirus von einem Reisenden aus Südafrika eingeschleppt, der sich seit seiner Ankunft am 11. November in einem Quarantäne-Hotel befand. Am 13. November wurde er dann positiv getestet. Es wird davon ausgegangen, dass der Mann trotz strenger Isolation einen 60-Jährigen im gegenüberliegenden Zimmer des Quarantäne-Hotels angesteckt hat.

Die zwei bestätigten Omikron-Infizierten in Hongkong weisen offenbar eine sehr schnell ansteigende Viruslast auf. Die PCR-Tests der zwei Männer, die wenige Tage zuvor noch negativ ausfielen, enthielten einen Ct-Wert von 18 und 19. „Das ist wahnsinnig hoch, insbesondere wenn man bedenkt, dass die zwei bei den letzten PCR-Tests noch negativ waren“, schreibt der Epidemiologe Eric Feigl-Ding, der lange Zeit an der Universität Harvard forschte. Es sehe so aus, als ob die Variante dem Impfschutz tatsächlich entgehen könnte, so Feigl-Ding weiter.

Lauterbach verlangt strengere Corona-Regeln

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der aktuellen Corona-Lage und des Auftretens einer möglicherweise noch gefährlicheren Variante des Virus weitere Einschränkungen gefordert. Das Infektionsgeschehen sei „aggressiver als gedacht“, sagte Lauterbach am Freitagabend im Interview mit den ARD-Tagesthemen. „Es sind die großen Veranstaltungen, die vollen Lokale, die vollen Geschäfte, die uns die Probleme machen.“

Die Politik müsse nun möglicherweise noch einmal nachsteuern, sagte Lauterbach weiter. Besonders problematisch sei, „dass die Kontrollen von 2G und 2G+ überhaupt nicht angemessen stattfinden“.

„Nichts ist schlimmer als eine besonders schwere Variante in eine laufende Welle hinein zu bekommen“, sagte Lauterbach zur neu aufgetretenen Corona-Variante Omikron, die zunächst in Südafrika festgestellt worden war. Der neue Erreger scheine „gefährlich für die Geimpften wie für die Ungeimpften“ zu sein. Er sei aber dennoch zuversichtlich, dass „die Booster-Impfungen auch vor dieser Variante schützen“.

Hessen: Verdacht auf Omikron-Variante bei Reiserückkehrer

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ in Deutschland angekommen. Das teilte der Grünen-Politiker am Samstagmorgen auf Twitter mit. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. „Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus“, twitterte der in Hessen auch für Gesundheit zuständige Minister. Nach Angaben des Ministeriums in Wiesbaden reiste die Person über den Frankfurter Flughafen ein.

Omikron-Verdachtsfall: Ministerpräsident Hans tief besorgt

Angesichts eines Omikron-Verdachtsfalls in Deutschland hat sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eindringlich für eine schnelle Ministerpräsidentenkonferenz ausgesprochen. Man stehe erneut vor einer „Stunde Null in der Pandemiebekämpfung“, sagte Hans nach einer Mitteilung der Staatskanzlei in Saarbrücken vom Samstag. „Eine nationale Notlage erfordert den Schulterschluss aller Länder, sowie alter und neuer Bundesregierung.“

Es brauche rasch bundeseinheitliche Maßnahmen zur Eindämmung, Engpässe bei der Bereitstellung von Impfstoff müssten mit aller Macht beseitigt werden, sagte Hans – „damit jetzt der Impf-Turbo gezündet werden kann von der Arztpraxis bis zu den Impfzentren“. Auch Zahnärzte, Veterinäre und Apotheken müssten in die Impfkampagne einbezogen werden. „Es braucht eine Omikron-MPK mit geschäftsführender und neuer Bundesregierung – jeder Tag zählt“, sagte Hans.

Omikron: Astrazeneca-Entwickler Pollard meldet sich zu Wort

Der Entwickler des Astrazeneca-Impfstoffs gegen Corona, Andrew Pollard, geht nicht von einem dramatischen Neuanfang der Pandemie durch die neue Variante Omikron aus. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in einer geimpften Bevölkerung einen Neustart der Pandemie wie im letzten Jahr geben wird“, sagte der Immunologe von der Universität Oxford am Samstag in einem BBC-Interview. Man müsse einige Wochen warten, um sichere Ergebnisse zu haben, es gebe jedoch Anlass zur Hoffnung, dass die Impfstoffe gegen schwere Erkrankungen weiterhin wirken würden.

Die nun in Südafrika entdeckte Omikron-Variante vereint Mutationen, die bereits bei früher als besorgniserregend eingestuften Varianten aufgetreten waren. „Trotz dieser Mutationen haben die Impfstoffe schwere Erkrankungen verhindert, während wir uns von Alpha, Beta und Gamma bis hin zu Delta bewegt haben“, so Pollard. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Impfstoffe bald auf die neue Variante hin angepasst werden könnten.

Kapstadt-Passagiere haben Flughafen München wieder verlassen

Die Passagiere, die am Freitagabend mit einem Lufthansa-Flug aus dem südafrikanischen Kapstadt in München angekommen sind, haben nach Angaben eines Sprechers den Flughafen allesamt verlassen. Zum Teil seien sie vom Flughafen aus in Länder des Nicht-Schengen-Raumes weitergereist. Ein weiterer Teil der Insassen des Lufthansa-Airbus 350, dessen rund 300 Sitzplätze fast voll besetzt gewesen seien, sei in München und Umgebung zu Hause oder im Hotel und befinde sich in Quarantäne. Einige Passagiere seien auch innerhalb des Schengen-Raumes vom Flughafen aus weitergereist. Entscheidungen über Infektionsschutzmaßnahmen müssten dann am Zielort getroffen werden.

Die Passagiere stellen nach Bekanntwerden der von der Weltgesundheitsorganisation WHO als besorgniserregend eingestuften Virusvariante Omikron, die erstmals im südlichen Afrika nachgewiesen worden war, einen Sonderfall dar. Es war der erste Flug, der nach Bekanntwerden der Problematik aus der Region München erreichte. Und es war gleichzeitig der letzte planmäßige Flug, der vor Inkrafttreten der neuen Regelungen zu Virusvariantengebieten landete.

Montgomery befürchtet Virusvariante „so gefährlich wie Ebola“

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor der Entstehung gefährlicher Varianten des Coronavirus. „Meine große Sorge ist, dass es zu einer Variante kommen könnte, die so infektiös ist wie Delta und so gefährlich wie Ebola“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die neue südafrikanische Variante B.1.1.529 sei ein gutes Beispiel dafür, dass man dem Virus keine Chance zur Mutation geben dürfe. Um weitere Varianten zu verhindern, werde es nötig sein, die Welt noch jahrelang zu impfen, sagte Montgomery.

Eine Ebola-Infektion führt meist zu hohem Fieber und inneren Blutungen und endet sehr oft tödlich. Ohne Medikamente sterben rund 50 Prozent der Kranken, wobei der Anteil je nach Virusart auch deutlich darunter oder darüber liegen kann. Der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch war 2014/2015 in Westafrika, damals kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben.

Niederlande fordern Reisende aus Südafrika zu Corona-Tests auf

Die niederländische Gesundheitsbehörde hat alle seit dem vergangenen Montag aus dem südlichen Afrika eingereisten Personen aufgefordert, sich umgehend auf das Coronavirus testen zu lassen. Die Aufforderung erging am Samstag, nachdem am Vortag auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol bei 61 von rund 600 Passagieren aus Südafrika eine Corona-Infektion festgestellt worden war. Ob es sich dabei um die neue Omikron-Variante (B.1.1.529) handelte, war zunächst noch unklar.

Besorgte Virologin rät wegen neuer Variante zu Booster-Impfung

Die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die im Süden Afrikas entdeckte neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer am Samstag im Deutschlandfunk. Auf die Frage, ob aktuelle Corona-Impfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können.

Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper – das reiche dann aus, um auch Variante-Viren „wegzuneutralisieren“. Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem „hochpushen“. „Und dann, davon gehen wir alle aus, sollte das wieder ausreichen“, sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Booster-Impfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

Wegen neuer Corona-Variante: WTO verschiebt Ministerkonferenz 

Wegen neuer Corona-Reisebeschränkungen wird die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) nächste Woche in Genf nicht stattfinden. Das wichtige Treffen werde auf unbestimmte Zeit verschoben, gab die WTO in der Nacht zum Samstag bekannt. Zuvor hatten die Schweiz und andere europäische Länder die Einreise aus dem südlichen Afrika erschwert, um den Import der neu entdeckten Virusvariante B.1.1.529 (Omicron) zu verhindern.

Die Handelsminister hatten vorgehabt, ab Dienstag über mehrere drängende und umstrittene Themen zu verhandeln. Dazu gehören die Lockerung von Impfstoff-Patenten, die Beseitigung schädlicher Fischerei-Subventionen sowie Reformen in der WTO. Das Treffen wurde nun schon zum zweiten Mal wegen der Pandemie verschoben. Es hätte ursprünglich im Juni 2020 stattfinden sollen.

Niederlande: Corona-Fälle bei ankommenden Südafrika-Reisenden

Dutzende aus Südafrika in Amsterdam gelandete Passagiere sind nach Einschätzung niederländischer Behörden mit dem Coronavirus infiziert. Es sei allerdings noch nicht geklärt, ob es sich dabei um die neue Virusvariante B.1.1.529 handele, zitierte die Zeitung De Telegraaf in der Nacht zu Samstag die Gesundheitsbehörden. Das sollten Folgeuntersuchungen des Erasmus Medical Centre in Rotterdam zeigen. Am Freitagvormittag waren zwei Flugzeuge der Gesellschaft KLM mit rund 600 Menschen an Bord auf dem Airport Schipohl gelandet. Die Maschinen waren in Kapstadt und Johannesburg gestartet.

Ein Sprecher des Gesundheitsamts sagte der Zeitung zufolge, es lägen mittlerweile 110 Ergebnisse vor. Davon seien 15 Ergebnisse positiv und 95 Ergebnisse negativ. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werde eine Rate von 13,6 Prozent angenommen. Das bedeute, dass man mit 85 positiven Fällen rechnen müsse.

Die infizierten Personen würden in einem bewachten Isolationshotel untergebracht, hieß es weiter. Wer ein negatives Testergebnis erhalte, dürfe den Flughafen verlassen, müsse aber fünf Tage lang in häusliche Quarantäne und sich nach fünf Tagen erneut testen lassen. Reisende mit einem positiven Testergebnis würden mindestens sieben Tage in dem Hotel bleiben, wenn sie Beschwerden hätten, und fünf Tage, wenn sie keine Beschwerden hätten.

Bundesregierung stuft acht afrikanische Länder als Virusvariantengebiete ein

Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botswana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag um 0 Uhr als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert-Koch-Institut am Freitag mitteilte.

USA kündigen Beschränkungen für Einreisen aus dem südlichen Afrika an

Auch die US-Regierung wird wegen einer neuen Variante des Coronavirus Einreisen aus dem südlichen Afrika einschränken. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, erklärte das Weiße Haus am Freitag. Betroffen sind demnach Einreisen aus den Staaten Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botswana, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. Zuvor hatten bereits mehrere Staaten Europas solche Beschränkungen oder das Aussetzen von Flügen angekündigt.

Die US-Beschränkungen würden nicht für einreisende amerikanische Staatsbürger, Menschen mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung und andere Ausnahmefälle gelten, hieß es aus dem Weißen Haus. Es blieb zunächst noch unklar, ab wann die Einreisebeschränkungen gelten würden. In der Vergangenheit mussten diese durch einen Erlass des Präsidenten verfügt werden. Das war zunächst noch nicht geschehen.

WHO stuft neue Corona-Variante als „besorgniserregend“ ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die zuerst in Südafrika neu festgestellte Coronavirus-Variante als „besorgniserregend“ eingestuft. Der Erreger mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 „weist eine große Zahl von Mutationen auf“, begründete das zuständige WHO-Expertengremium am Freitag die Entscheidung. Die neue Variante wird demnach künftig nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannt.

Südafrikanische Wissenschaftler hatten am Donnerstag mitgeteilt, die neue Virusvariante gebe „Anlass zur Sorge“. Sie könnte demnach wegen der ungewöhnlich vielen Mutationen noch ansteckender sein als die derzeit grassierende Delta-Variante und die Impfstoffe weniger wirksam machen.

Innenministerium: Neue Variante noch nicht in Deutschland nachgewiesen

In Deutschland ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums die neue Corona-Variante bislang nicht nachgewiesen worden. Es sei aber davon auszugehen, dass die Verbreitung der neuen Variante bereits deutlich größer sei als die bekannten Fälle in Südafrika, Botswana, Hongkong, Israel und Belgien.

Drosten zur neuen Virusvariante: Mehr Daten zur Beurteilung nötig

Bei der Einschätzung der in Südafrika neu entdeckten Virusvariante gibt es dem Berliner Virologen Christian Drosten zufolge noch viele offene Fragen. So sei unklar, ob die Variante tatsächlich ansteckender ist oder ob ein anderer Faktor Grund für die momentan beobachtete Ausbreitung ist. „Für eine veränderte Krankheitsschwere gibt es derzeit keine Hinweise“, teilte Drosten am Freitag mit.

Die Genomveränderungen bei dem Erreger wiesen darauf hin, dass die Virusvariante sich der Immunabwehr entziehen könnte. „Veränderungen im Genom sind aber allein nicht ausreichend, um von einer besorgniserregenden Situation zu sprechen“, so der Virologe. Zusätzlich müsse klar sein, dass das Virus sich schneller verbreite oder andere veränderte Eigenschaften habe, etwa einen schwereren Krankheitsverlauf. Die Bewertung der Variante sei noch nicht abgeschlossen.

Drosten äußerte allerdings Zweifel, ob die Variante tatsächlich in Südafrika entstanden ist. Bedenkenswert sei das Auftreten besonders in der Nähe des Johannesburger Flughafens. Zudem sei die Virusüberwachung in angrenzenden Ländern geringer ausgeprägt als in Südafrika.

„Nach derzeitigem Ermessen sollte man davon ausgehen, dass die verfügbaren Impfstoffe grundsätzlich weiterhin schützen“, meint Drosten. Der Schutz gegen schwere Infektionen sei besonders robust gegen Virusveränderungen. „Der beste Schutz auch gegen die neue Variante ist daher das Schließen aller Impflücken in der Bevölkerung und die schnelle Verabreichung von Auffrischungsimpfungen.“

Südafrikas Gesundheitsminister: EU-Reaktion auf Corona-Variante „unberechtigt“

Die Reaktion vieler europäischer Länder auf eine in Südafrika neu entdeckte Variante des Coronavirus ist nach Ansicht des südafrikanischen Gesundheitsministers „unberechtigt“. Bisher sei es unklar, ob die Variante B.1.1.529 ansteckender sei als andere Varianten, sagte Joe Phaahla am Freitagabend während einer virtuellen Pressekonferenz.

Maßnahmen wie Einreiseverbote würden völlig gegen existierende Normen und Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verstoßen, sagte Phaahla. Man habe mit den Mitteilungen am Donnerstag lediglich Erkenntnisse südafrikanischer Wissenschaftler schnellstmöglich teilen wollen. Auch sei ungeklärt, ob Corona-Impfstoffe gegen die neu entdeckte Virusvariante weniger wirksam sein könnten.

Lagebericht der Bundesregierung: Geringere Impfstoffwirkung bei neuer Virusvariante möglich

Die Bundesregierung ist besorgt, dass die Corona-Impfstoffe gegen die in Südafrika neu entdeckte Virusvariante weniger wirksam sein könnten. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden internen Lagebericht heißt es, es sei unklar, ob die Wirkung von Impfstoffen herabgesetzt sei. Das „Mutationsprofil deutet jedoch darauf hin, dass eine herabgesetzte Impfstoffwirkung zumindest ernsthaft in Betracht gezogen werden muss“, heißt es in dem Bericht weiter. Das Mutationsprofil sowie der plötzliche Fallzahlanstieg werden als „auffällig“ bezeichnet. Dies könne ein „Hinweis auf eine zumindest leichte und möglicherweise sogar leichtere Übertragbarkeit als bei Delta“ sein. Unklar sei auch, „ob die neue Variante krankmachender ist“.

Epidemiologe Timo Ulrichs skeptisch bezüglich Wirksamkeit von Impfstoffen bei B.1.1.529

Deutlich skeptischer hinsichtlich der Wirksamkeit von Impfstoffen gegen die neue Variante äußerte sich der Epidemiologe Timo Ulrichs. Er verwies auf deutlich stärkere Veränderungen im Vergleich zum ursprünglichen Virus als bei der aktuell vorherrschenden Delta-Variante. „Diese Mutationen, unter anderem am Spike-Protein des Virus, könnten das Potential haben, die bestehende Immunisierung der bisher verwendeten Impfstoffe zu umgehen“, sagte Ulrichs dem Portal watson.de. In diesem Fall müsse man bei der Durchimpfung der Bevölkerung „wieder bei Null anfangen“.

Italien stellt Flugverkehr mit Ländern des südlichen Afrika ein 

Italien stellt wegen der in Südafrika neu aufgetretenen Coronavirus-Variante den Flugverkehr mit Ländern des südlichen Afrika ab sofort ein. Zudem dürfe bis auf italienische Staatsbürger niemand einreisen, der sich in den vergangenen zwei Wochen in der Region aufgehalten habe, teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag mit. Von der bis zum 15. Dezember geltenden Regelung sind Einreisen aus Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Namibia und Eswatini betroffen.

Auch Marokko verbot Einreisen aus Südafrika, Botsuana, Eswatini, Lesotho, Namibia, Mosambik und Simbabwe, wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP am Freitag meldete. Zuvor hatten bereits mehrere Länder in Europa und Asien ähnliche Beschränkungen verhängt, darunter auch Deutschland.

Belgien: Neue Details zum ersten Infizierten in Europa

Nachdem die belgische Regierung den ersten europäischen Fall der neuen Corona-Variante gemeldet hatte, berichtet die Zeitung Le Soir über neue Einzelheiten. Die infizierte Person sei ungeimpft gewesen. Es handele sich um eine Frau, die aus Ägypten über die Türkei nach Belgien gereist war und sich nicht im südlichen Afrika aufgehalten hatte. Eine ungeklärte Frage ist demnach, wo sich die Betroffene mit der neuen Südafrika-Variante angesteckt hat. 

EMA: Aussagen über Impfstoff-Anpassung wegen neuer Corona-Variante „verfrüht“ 

Derzeit lässt sich nach Angaben der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) noch nicht abschätzen, ob die in Südafrika neu entdeckte Coronavirus-Variante eine Anpassung der Impfstoffe erforderlich macht. „Die EMA hält es zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht, die Notwendigkeit eines angepassten Impfstoffs mit einer anderen Zusammensetzung zur Bekämpfung dieser neuen Variante vorauszusehen“, erklärte die Behörde am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP.

Von der Leyen: Mit Reisestopp schnell gegen Virusvariante handeln

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat die EU-Staaten angesichts der neuen Coronavirus-Variante zu raschem Handeln aufgerufen. „Es ist jetzt sehr wichtig, dass wir in Europa schnell, entschlossen und einig handeln“, sagte die Politikerin in Brüssel. Deshalb habe ihre Behörde den Mitgliedstaaten am Freitag vorgeschlagen, die Notbremse für Reisen aus den Ländern im südlichen Afrika zu aktivieren.

„Sämtliche Flugreisen in und aus diesen Ländern sollten unterbleiben, bis wir ein klares Verständnis darüber haben, wie gravierend die Mutationen dieser neuen Variante sind.“ Deutschland und andere Staaten haben bereits angekündigt, den Flugverkehr aus Südafrika deutlich einzuschränken oder einzustellen. Von der Leyen betonte, dass Reisende, die aus der Region zurückkehren, strenge Quarantäne-Maßnahmen einhalten müssten.

US-Immunologe Fauci: Viele offene Fragen zu neuer Variante

Der US-Immunologe Anthony Fauci schließt wegen der besorgniserregenden neuen Variante des Coronavirus eine Einschränkung von Reisen aus dem südlichen Afrika in die USA nicht aus. „Das ist sicherlich etwas, worüber man nachdenkt und worauf man sich vorbereitet“, sagte der Berater des Präsidenten am Freitagmorgen (Ortszeit) dem Sender CNN. Er betonte jedoch, dass aktuell noch nicht genug Informationen vorlägen. Auch dazu, ob die neue Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe mindere, könne er noch nichts sagen.

„Man ist bereit, alles zu tun, was man tun muss, um die amerikanische Öffentlichkeit zu schützen“, sagte Fauci. Für alle Entscheidungen müsse es aber eine wissenschaftliche Grundlage geben. US-Wissenschaftler wollten sich noch am Freitag detailliert mit Wissenschaftlern aus Südafrika austauschen, um mehr Informationen zu bekommen, sagte Fauci. Im Moment gebe es keine Anzeichen dafür, dass die neu auftretende Coronavirus-Variante B.1.1.529 bereits in den USA sei. 

Israel schränkt Afrika-Reisen noch weiter ein

Nach dem Auftreten der neuen Corona-Variante B.1.1.529 in Israel hat die Regierung in Jerusalem die Einreise aus Afrika weitgehend eingeschränkt. Zahlreiche afrikanische Staaten würden als „rote Länder“ eingestuft, teilte das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett am Freitag mit. Die Länder in Nordafrika sind davon ausgenommen. Zuvor hatten die Behörden erklärt, dass ein Mann aus Malawi nach Israel zurückgekehrt sei, der sich mit der Variante B.1.1.529 angesteckt habe. Zudem gebe es zwei weitere Verdachtsfälle.

Belgien meldet ersten Fall mit neuer Coronavirus-Variante

Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen Virusvariante aus Südafrika registriert – offenbar den ersten in Europa. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt. Ein aus dem Ausland kommender ungeimpfter Mensch sei positiv auf die Variante B.1.1.529 getestet worden. Der belgische Premierminister Alexander De Croo kündigte zudem Reisebeschränkungen für Einreisende aus Ländern im südlichen Afrika an. Es sei Vorsicht erforderlich, aber keine Panik, sagte Vandenbroucke.

Gleichzeitig führt Belgien wieder strengere Regeln für private Feiern, in der Gastwirtschaft und im Nachtleben ein. „Die Situation heute ist schlimmer als alle Szenarien, die uns die Experten vorgerechnet hatten“, sagte De Croo. Bereits vor gut einer Woche hatte Belgien strengere Corona-Maßnahmen eingeführt, etwa eine teilweise Homeoffice-Pflicht. 

EU kündigt rasche Einschätzung zu neuer Virusvariante an

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC will noch am Freitag eine Einschätzung zur neu aufgetretenen Corona-Variante B.1.1.529 abgeben. Man beobachte die sich entwickelnde Situation genau und werde im Laufe des Tages ein sogenanntes Threat Assessment Brief zu der Variante herausgeben, schrieb die in Stockholm ansässige Behörde auf Twitter. Diese kurze Bewertung, die in ihrem Format demjenigen der umfassenderen Corona-Risikoeinschätzungen der Organisation ähnele, werde voraussichtlich im Laufe des Nachmittags veröffentlicht.

Corona-Angst: Golfprofis brechen Turnier in Südafrika ab

Wegen der aktuellen Corona-Warnungen haben sich mehrere britische und irische Golfprofis vor der zweiten Turnier-Runde von der Joburg Open in Johannesburg zurückgezogen. Die britische Regierung hatte am Freitag aus Südafrika ankommende Flüge untersagt, um die Ausbreitung der als besonders gefährlich eingeschätzten neuen Virus-Variante einzudämmen. Den Rückzug mehrerer Profis vom ersten Turnier der DP World Tour (ehemals European Tour) bestätigte Tour-Sprecher Steve Todd.

An dem Turnier nehmen auch die vier deutschen Profis Yannik Paul (Mannheim), Matthias Schmid (Herzogenaurach), Marcel Siem (Ratingen) und Hurly Long (Heidelberg) teil. Auch die nächsten beiden Events finden in der Kap-Republik statt.

Biontech prüft Effektivität seines Impfstoffs gegen neue Variante

Nach der Entdeckung der neuen Coronavirus-Variante in Südafrika prüft das Pharmaunternehmen Biontech eine mögliche Anpassung seines mRNA-Impfstoffs. „Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet“, erklärte ein Biontech-Sprecher am Freitag. „Die Variante unterscheidet sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen im Spike-Protein hat.“

In spätestens zwei Wochen seien weiterführende Daten aus den Labortests zu erwarten. „Diese Daten werden uns Aufschluss darüber geben, ob es sich bei B.1.1.529 um eine Escape-Variante handeln könnte, die eine Anpassung unseres Impfstoffs erforderlich macht, wenn sich diese Variante international ausbreitet.“ Biontech hat für einen solchen Fall nach eigenen Angaben schon vor Monaten mit seinem US-Partner Pfizer Vorbereitungen getroffen. Der mRNA-Impfstoff soll dann innerhalb von sechs Wochen angepasst werden. Erste Chargen des angepassten Impfstoffs könnten nach Angaben des Unternehmens innerhalb von 100 Tagen ausgeliefert werden.

Trotz Virus: RTL-Dschungelcamp soll in Südafrika stattfinden

Der Privatsender RTL plant trotz der neuen Krisen-Lage weiterhin mit Südafrika als Standort für sein nächstes Dschungelcamp 2022. Ein Sprecher teilte am Freitag mit: „Für das Dschungelcamp wird weiter mit Südafrika geplant, aber natürlich unter Beobachtung der aktuellen Entwicklungen.“ 

Ölpreise brechen wegen neuer Virus-Variante ein

Corona-Ängste haben die Ölpreise am Freitag stark belastet. Marktbeobachter nannten die Unsicherheit wegen der neuen Variante des Coronavirus als Grund. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch US-Erdöl gaben um jeweils mehr als fünf Prozent nach und fielen auf zweimonatige Tiefstände. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 77,51 US-Dollar. Das waren 4,71 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um 5,15 Dollar auf 73,24 Dollar.

WHO: Es gibt bessere Maßnahmen als Reisebeschränkungen

Als Reaktion auf die neue Corona-Variante B.1.1.529 empfiehlt die UN-Gesundheitsorganisation WHO wissenschaftlich fundierte Maßnahmen und Risikobewertungen, aber aktuell keine Reisebeschränkungen. WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte am Freitag in Genf, Staaten könnten auch ohne solche Einschränkungen eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung von neuen Varianten einzudämmen. Dazu gehörten die genaue Beobachtung des Infektionsgeschehens und die Genanalyse von auftretenden Corona-Fällen.

Die EU-Kommission, Deutschland und einige andere Staaten kündigten am Freitag an, Einreisen aus dem südlichen Afrika einschränken zu wollen. 

Frankreich: Landeverbot verhängt, Warnung vor Südafrika-Reisen

Auch Frankreich verhängt wegen der neuen Corona-Variante ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika. Dieses gelte ab sofort für wenigstens 48 Stunden, teilte Premierminister Jean Castex am Freitag in Paris mit. Reisende aus Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini dürften unabhängig von ihrem Impfstatus für wenigstens 48 Stunden nicht nach Frankreich einreisen.

Wer innerhalb der letzten 14 Tage aus einem dieser Länder in Frankreich eingetroffen sei, solle sich bei den Gesundheitsbehörden melden und schnellstens einen PCR-Test machen. Geplante Reisen in diese Länder sollten abgesagt werden. Das weitere Vorgehen werde in den nächsten Stunden auf EU-Ebene beraten.

Börse reagiert: Angst vor Virusmutation drückt Dax tief ins Minus

Sorgen um die neue Coronavirus-Mutation im südlichen Afrika haben den Dax vor dem Wochenende tief ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex fiel bis zum Freitagmittag um fast drei Prozent auf 15.450 Punkte, bei zeitweise weniger als 15.300 Punkten war er zuvor auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober gerutscht.

WHO-Beratungen zu neuer Corona-Variante am Nachmittag

Ein Expertengremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird am Freitagnachmittag über die Einstufung der neuen Corona-Variante B.1.1.529 beraten. Es gehe dabei unter anderem um die Frage, ob die Mutante als „besorgniserregende Variante“ („variant of concern“) oder als „Variante unter Beobachtung“ („variant of interest“) klassifiziert werden soll, hieß es von der UN-Behörde. Danach sollen Medien und Regierungen über das Ergebnis und mögliche Maßnahmen informiert werden.

Ob B.1.1.529 wirklich ansteckender oder aggressiver ist als bisherige Varianten, wird sich laut WHO erst in einigen Wochen herausstellen. Die im südlichen Afrika aufgetretene Version des Virus sei bislang weniger als 100 Mal genetisch sequenziert worden. „Erste Analysen zeigen, dass diese Variante eine große Zahl an Mutationen aufweist, die näher geprüft werden müssen“, teilte die WHO mit. Laut der Definition der WHO sind „besorgniserregende Varianten“ leichter übertragbar oder führen zu schwereren Verläufen der Atemwegserkrankung Covid-19. Außerdem können sie die Wirksamkeit von Impfstoffen, Medikamenten, Virustests oder Corona-Maßnahmen herabsetzen.

DRV: Etwa 400 Urlauber mit Reiseveranstaltern im südlichen Afrika

Nach der Einstufung Südafrikas als Virusvariantengebiet werden deutsche Veranstalter nach Angaben des Branchenverbandes DRV Reisen ins südliche Afrika stornieren oder umbuchen. Die betroffenen Gäste würden entsprechend informiert, erklärte der DRV am Freitag. „Reiseveranstalter gehen verantwortungsvoll mit der neuen Situation um und werden ihre Gäste aktiv informieren und wenn von den Kunden gewünscht auch vorzeitig zurück nach Deutschland bringen.“ Aktuell befinden sich nach Schätzung des DRV bis zu 400 Gäste mit deutschen Reiseveranstaltern im südlichen Afrika.

Malta schränkt Reisen wegen Corona-Variante B.1.1.529 ein

Malta hat wegen Sorgen vor einer neuen Ausbreitung des Coronavirus vorsorglich eine Reisebeschränkung für sechs afrikanische Länder verhängt. Reisen von und nach Südafrika, Namibia, Lesotho, Botsuana, Eswatini und Simbabwe seien ab Mitternacht in der Nacht von Samstag auf Sonntag untersagt, erklärte Gesundheitsminister Chris Fearne. Grund dafür seien die Ansteckungen mit der Variante B.1.1.529 im südlichen Afrika.

Tschechien verbietet Nicht-EU-Bürgern Einreise aus Südafrika

Tschechien verbietet Nicht-EU-Bürgern aufgrund der neuen auftretenden Corona-Variante B.1.1.529 die Einreise aus Südafrika, Namibia, Mosambik, Sambia und vier weiteren afrikanischen Staaten. Das gelte von Samstag an, teilte das Außenministerium in Prag mit. Für Tschechen und andere EU-Bürger, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem dieser Staaten aufgehalten haben, sind demnach strenge Quarantänemaßnahmen geplant.

Experte: Impfungen „fast sicher“ weniger effektiv gegen B.1.1.529

Die derzeit verfügbaren Corona-Impfstoffe sind nach Ansicht eines britischen Experten „fast sicher“ weniger effektiv gegen die im südlichen Afrika entdeckte neue Variante B.1.1.529. Das sagte James Naismith, Professor für Strukturbiologie an der Universität Oxford, in der Radiosendung BBC 4 Today am Freitag.

Ob die Variante auch leichter übertragbar sei, könne anhand der vorliegenden Daten bislang noch nicht mit Sicherheit gesagt werden. „Wir vermuten das und es gibt einige frühe Daten“, fuhr Naismith fort. Sollte sich eine leichtere Übertragbarkeit bestätigen, sei es unvermeidlich, dass die Variante auch nach Großbritannien gelange, so der Experte weiter.

Niederlande verhängen Landeverbot für Flüge aus südlichem Afrika

Auch die Niederlande werden wegen des Aufkommens einer neuen Virusvariante ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika verhängen. Dieses gelte ab Freitag, 12 Uhr, teilte die Regierung in Den Haag mit. Außerdem würden Südafrika sowie weitere betroffene Länder der Region zu Hochrisikogebieten erklärt. Passagiere, die aus der Region nun noch unterwegs sind, müssten sich nach Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol testen lassen und anschließend in Quarantäne begeben.

Jens Spahn: Wer in Südafrika war, soll PCR-Test machen

Am Freitagmorgen um 5.32 Uhr ist ein Lufthansa-Flug aus Kapstadt in Frankfurt/Main gelandet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert die eingereisten Personen auf, zu Hause zu bleiben, sich zu testen und sich selbst zu beobachten. Das gelte auch für alle, die in den vergangenen 20 Tagen aus Südafrika eingereist seien. Sie sollten einen PCR-Test machen.

Jens Spahn: Variante hat „eine hohe Zahl von Mutationen“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagt zur neuen südafrikanischen Virusvariante: „Sie hat eine hohe Zahl von Mutationen. Ob sie die Infektiosität verändert oder nicht, kann man noch nicht sagen. Wir haben heute Morgen entschieden, dass Südafrika und weitere Nachbarländer zu Virusvariantengebieten erklärt werden.“ Eine Beförderung nach Deutschland gebe es nur noch für Deutsche. 

RKI-Chef Lothar Wieler sagt zur neuen Virusvariante: „Das ist eine Variante mit vielen Mutationen. Einige Mutationen kennt man bereits. Es gibt weitere Mutationen, bei der wir in sehr großer Sorge sind. In bestimmten Regionen Südafrikas gibt es sehr stark steigende Fallzahlen. Aber man weiß noch nicht, ob dies mit dem neuen Virustyp zusammenhängt.“ Bislang sei dem RKI nicht bekannt, dass die neue Variante in Europa oder Deutschland vorkomme. 

Österreich verbietet Einreisen aus Südafrika

Österreich verbietet wegen der neuen Corona-Variante B.1.1.529 die Einreise aus Südafrika und einigen anderen afrikanischen Staaten. Das gab das Gesundheitsministerium am Freitag bekannt. Nur Österreicher, die sich in Südafrika, Namibia, Botsuana, Simbabwe und Mosambik aufhielten, dürften noch in ihre Heimat zurückkehren. Sie müssten aber besonders strenge Quarantäne-Bedingungen beachten.

Lufthansa fliegt vorerst weiter nach Südafrika

Die deutsche Lufthansa hält die Flugverbindungen in das Virusvariantengebiet Südafrika vorerst aufrecht. „Wir setzen die Vorgaben um und werden weiter fliegen, auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren“, sagte ein Lufthansasprecher am Freitagmorgen. Lufthansa beobachte die Lage intensiv und halte sich an alle gesetzlichen Auflagen und Regeln.

Zuvor hatte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitgeteilt, Deutschland werde Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären.

Italien schränkt Einreise wegen Corona-Variante B.1.1.529 ein

Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat wegen der Coronavirus-Variante B.1.1.529 per Anordnung die Einreise aus mehreren südafrikanischen Ländern eingeschränkt. Wer in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Lesotho, Botsuana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini gewesen sei, könne nicht nach Italien einreisen, teilte sein Ministerium am Freitag mit. Italienische Forscher arbeiteten daran, die Variante zu untersuchen. In der Zwischenzeit gelte „maximale Vorsicht“.

Italien hatte in der Vergangenheit schon Einreisen wegen Varianten des Coronavirus eingeschränkt, etwa Ende April wegen der auch in Deutschland derzeit vorherrschenden Delta-Variante.

Jens Spahn: Südafrika wird zum Virusvariantengebiet erklärt

Deutschland erklärt Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet. Die Regelung trete Freitagnacht in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagmorgen mit.

Von der Leyen: Reisen aus südafrikanischen Ländern aussetzen

Wegen der Ausbreitung der neuen  Corona-Variante will die EU-Kommission Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU auf ein absolutes Minimum beschränken. Die Brüsseler Behörde werde den EU-Staaten vorschlagen, die dafür vorgesehene Notbremse auszulösen um den Luftverkehr auszusetzen, so EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. 

Israel: Corona-Variante aus dem Süden Afrikas im Land entdeckt

In Israel wurde nach offiziellen Angaben eine Person identifiziert, die sich mit der neuen Variante des Coronavirus infiziert hat. Zwei weitere Personen seien Verdachtsfälle, die noch auf ihre Testergebnisse warteten, so das Gesundheitsministerium am Freitag. Sie seien in Quarantäne. 

Die infizierte Person sei aus Malawi nach Israel zurückgekehrt, hieß es vom Ministerium. Die anderen beiden seien ebenfalls aus dem Ausland zurückgekehrt. Alle drei Personen seien geimpft worden. Ihr genauer Status werde derzeit überprüft. Es werde nach weiteren Kontakten gesucht.

Israel hat bereits sofortige Reisebeschränkungen für mehrere afrikanische Länder verhängt. Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini seien nach einer Sonderberatung als „rote Länder“ eingestuft worden, so das Büro des Ministerpräsidenten Naftali Bennett.

WHO: Neue Corona-Variante wird auf ihre Gefahr hin untersucht

Die Weltgesundheitsorganisation WHO untersucht, ob die neue Corona-Variante B.1.1.529 als besorgniserregend eingestuft werden muss. Das sagte WHO-Expertin Maria van Kerkhove in einem Briefing. Es werde dabei untersucht, inwieweit die Variante auch Folgen für die Diagnostik, Therapien und die Impfkampagnen habe. „Es wird ein paar Wochen dauern, bis wir verstehen, welchen Einfluss diese Variante hat“, so Kerkhove.

Die WHO hat für die unterschiedlichen Corona-Variante mehrere Kategorien. Eine davon ist die Kategorie „Variant of Concern“, auf deutsch „besorgniserregende Variante“. Eine der „Variants of Concern“ ist etwa die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus. Zu den Merkmalen einer solchen Variante kann etwa gehören, dass sie nachgewiesenermaßen die Übertragbarkeit des Coronavirus erhöht hat.

Neue Corona-Variante in Südafrika entdeckt – „Anlass zur Sorge“

In Südafrika ist Wissenschaftlern zufolge eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden. Die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 „weist eine sehr hohe Anzahl von Mutationen auf“, sagte der Virologe Tulio de Oliveira auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Sie gebe in dem Land „Anlass zur Sorge“. Die Wirksamkeit der Vakzine gegen diese Virusvariante sei noch unklar.

Bislang sei die Variante auch in Botswana und Hongkong bei Reisenden aus Südafrika entdeckt worden. Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als „ernsthaft besorgniserregend“ und als Ursache für einen „exponentiellen“ Anstieg der gemeldeten Fälle in Südafrika.

Die Zahl der täglich gemeldeten Infektionen stieg am Mittwoch auf mehr als 1200. Anfang des Monats waren es noch rund 100 Neuansteckungen.

In Südafrika war vergangenes Jahr bereits die Beta-Variante des Virus entdeckt worden. Südafrika ist mit rund 2,95 Millionen Corona-Fällen und mehr als 89.600 Toten das am schwersten betroffene Land in Afrika.