Hamburg - Das Impftempo wird immer schneller. Inzwischen ist mehr als jeder Vierte in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft. Dennoch landen täglich Impfdosen im Müll – Tausende sollen es allein in Hamburg sein.  

Dabei handelt es sich nach einem Bericht von NDR Info um Impfstoff, der als sogenannte Überschussmenge pro Fläschchen oder Ampulle mitgeliefert wird. Es wird also immer ein bisschen mehr Serum pro Ampulle ausgeliefert, als verspritzt werden kann. Wird dieser Impfstoff trotzdem verwendet, geht das über die Zahl der Impfeinheiten hinaus, die von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) je Ampulle erlaubt ist. Recherchen von NDR Info zeigen, dass Ärztinnen und Ärzte im Norden unterschiedlich mit dieser unklaren rechtlichen Situation umgehen. Oft würden die Impfdosen dann im Müll landen, heißt es weiter in dem Bericht.  

Keine rechtliche Klarheit, wie mit dem Impfstoff umgegangen werden soll

Eine Berechnung, die eine Hamburger Medizinerin anstellt, ergibt, dass in Hamburg seit Beginn der Impfkampagne 35.000 potenzielle Dosen Biontech und 8000 potenzielle Dosen Astrazeneca im Hamburger Impfzentrum weggeworfen wurden. Dirk Heinrich, Leiter des Hamburger Impfzentrums, sagte dem NDR: „Ja, natürlich tut es einem leid, wenn ein Impfstoff auf diese Weise nicht zusätzlich genutzt werden kann Ich persönlich glaube, dass es in großen Zentren eben nicht machbar ist. Es sei denn, der Staat sagt: ‚Macht das!‘“

Seine Aussagen sorgen derweil bundesweit für Aufsehen.