ErfurtDie Thüringer sollen an Weihnachten und Silvester nur im engsten Familienkreis feiern. Die rot-rot-grüne Landesregierung hat angesichts der hohen Infektionszahlen beschlossen, dass die Corona-Kontaktbeschränkungen an den Feiertagen nicht gelockert werden, sagte Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in Erfurt. Auch nächtliche Ausgangssperren seien möglich. Dazu soll es zeitnah noch Gespräche geben, hieß es.

Der Vorschlag soll noch mit Landtag und Kommunen beraten werden. Eine neue Verordnung sei nach Informationen der Zeitung Thüringer Allgemeine vor Weihnachten geplant. Die CDU, auf die die rot-rot-grüne Minderheitsregierung im Landtag angewiesen ist, habe zuvor Kritik geäußert.

Alkoholverbot in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern

In hessischen Regionen mit dauerhaft hohen Corona-Infektionszahlen wird es eine nächtliche Ausgangssperre und ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit geben. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in seiner Regierungserklärung im Landtag in Wiesbaden an. Diese Entwicklung sei etwa in der Stadt Offenbach, dem Landkreis Offenbach, dem Main-Kinzig-Kreis oder dem Kreis Groß-Gerau festzustellen, sagte der Ministerpräsident.

Die Landesregierung habe deshalb beschlossen, dass es in den betroffenen Gebieten eine Ausgangssperre von 21.00 Uhr abends bis 05.00 Uhr morgens geben werde. Ausnahmen seien nur in wichtigen Gründen erlaubt. Außerdem sei der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum ganztags untersagt. Die Regeln gelten ab Freitag (11. Dezember) bis vorläufig zum 10. Januar.

Das Kabinett in Schwerin beschloss am Dienstag weitergehende Maßnahmen im Anti-Corona-Kampf. Die Maskenpflicht wird auf öffentliche Plätzen erweitert. Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen nur noch von jeweils einem Angehörigen am Tag besucht werden. Außerdem soll Alkohol nicht mehr in der Öffentlichkeit ausgeschenkt werden dürfen. Damit entfällt fortan auch der beliebte Glühweinverkauf.

Schüler ab der 7. Klasse werden nach den Weihnachtsferien zunächst per Internet zu Hause zu unterrichten. Die Regelung für die Schüler der oberen Klassenstufen gilt laut Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) zunächst für die erste Schulwoche nach den Weihnachtsferien, also vom 4. bis 8. Januar. Der Unterricht für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 soll demnach weiterhin in der Schule stattfinden und am 4. Januar nach Ende der Ferien beginnen. Lehrer sollen dort auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Zudem wird es dem Beschluss zufolge auch in Mecklenburg-Vorpommern Ausgangsbeschränkungen geben, sobald eine Stadt oder Region 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche erreicht.

Kurz zuvor hatten am Dienstag die Nachbarn aus Sachsen bekannt gegeben, dass es ab Montag in den harten Lockdown geht. Schulen, Kindergärten, Horte und der Einzelhandel mit Ausnahme der lebensnotwendigen Versorgung sollen geschlossen werden. Der Lockdown soll bis zum 10. Januar gelten.