BerlinDas Verwaltungsgericht hat entschieden, dass eine Universität in der Hauptstadt auch ein bereits laufenden Zulassungsverfahren wegen der Corona-Pandemie ändern darf. Der Kläger hatte sich für das Studienfach Bildende Kunst auf Lehramt zum Wintersemester 2020/2021 beworben.

Das entsprechende Verfahren sah eine Zugangsprüfung vor, die aus der Überprüfung eines Portfolios, einer Übung, einer Gruppendiskussion und einem Gespräch mit einer Kommission bestand. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist änderte die Hochschule das Verfahren. Vor der Prüfung erfolgte nun bereits eine Vorauswahl nach Aktenlage anhand eines eingereichten künstlerischen Portfolios.

Beschwerde vor dem OVG möglich

Der Kläger war unter den in diesem Zusammenhang bereits ausgeschiedenen Bewerbern und konnte dadurch nicht mehr an der ursprünglich vorgesehenen Prüfung teilnehmen. Daher seien seine Rechte verletzt worden, so der Vorwurf.
Der Antragsteller könne sich nicht auf „Vertrauensschutz“ berufen, entgegnete das Gericht. Der Schutz der Gesundheit und des Lebens würden die Änderungen rechtfertigen.

Die Hochschule habe sichergestellt, dass die besondere künstlerische Begabung durch das Portfolio überprüft werden könne. Außerdem verletze die Änderung des Verfahrens nicht die Chancengleichheit, da die Änderung erst nach Ablauf der Bewerbungsfrist vorgenommen wurde, weshalb alle Bewerber gleichermaßen betroffen gewesen seien. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.