Stuttgart - Ein Modehaus in Baden-Württemberg hat die Corona-Regelungen zur Schließung von Geschäften mit einem Trick ausgehebelt. Neben Kleidung wie Hosen, Hemden, Blusen oder Pullovern bietet das Geschäft in Emmendingen jetzt auch lebensnotwendige Pandemie-Artikel wie Desinfektionsmittel, Klopapier und Nudeln an. Damit gilt der Laden jetzt als Drogeriemarkt. Und darf unabhängig von den Inzidenzwerten öffnen. Das berichtet der öffentlich-rechtliche SWR.

Wenn es möglich sei, bei Aldi Kleider zu kaufen, müsse es seinem Modehaus auch gestattet sein, Klopapier zu verkaufen, sagte Inhaber Marcel Jundt. Der Geschäftsmann hat nun vier Paletten Toilettenpapier, Nudeln, Kaffee, Salatsoße und Desinfektionsmittel im Angebot. Als Nebenprodukt gibt es im Laden auch Frühjahrsmode zu kaufen.

Auch Oberbürgermeister will Handel offenhalten

Zur Eröffnung eingeladen waren einem Bericht lokaler Medien zufolge auch der örtliche Gewerbeverein sowie Oberbürgermeister Stefan Schlatterer. Dieser hatte den Landrat Hanno Hurth in einem offenen Brief zuvor bereits aufgefordert, den Handel offen zu lassen. Die Begründung: Im Kreis gebe es aktuell kein „diffuses Infektionsgeschehen“.

Die letzten Corona-Ausbrüche seien in fünf Kitas, zwei Schulen, in Familienverbänden sowie in der Altenpflege gewesen. Der Handel hingegen sei „nachweislich kein Treiber von Infektionen“.