Limburg - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus-Peter Willsch hat sich nach Verstößen gegen die Corona-Regeln in Erklärungsnot gebracht. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel zufolge, hat der Politiker seinen 60. Geburtstag mitten im Lockdown während der Corona-Pandemie mit zahlreichen Gästen gefeiert. Dabei seien weder die Maskenpflicht noch die Abstandsregeln eingehalten worden. 

Ein Handyvideo von der Party, das dem Spiegel vorliege, beweise dies, heißt es in dem Bericht. Auf den Bildern soll zu sehen sein, wie mindestens zwölf Menschen in einer Privatwohnung singen, tanzen und sich umarmen. Unter den Feiernden soll auch der Abgeordnete Willsch zu erkennen sein, der, wie seine Gäste, keinen Mund-Nasen-Schutz trage.

CDU-Politiker in Erklärungsnot: Gäste seien unangekündigt erschienen 

Als Willsch mit dem Video konfrontiert wurde, erklärte er dem Spiegel: „Anlässlich meines 60. Geburtstages am 28. Februar habe ich den Abend im privaten Bereich mit meiner Familie beziehungsweise Hausgemeinschaft verbracht“. Seine Gäste seien unangekündigt hinzugestoßen, so Willsch. „Dies ist nach den geltenden Regeln in Hessen nicht verboten“, sagte der CDU-Politiker. 

Das würde zwar zutreffen, aber zum Zeitpunkt der Feier hieß es in der gültigen „Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung“ der hessischen Landesregierung: „Für private Zusammenkünfte wird eine Beschränkung auf den eigenen Hausstand sowie eine weitere nicht im Haushalt lebende Person dringend empfohlen.“

Dabei hatte sich Willsch, der im Rheingau-Taunus Kreis zugleich ehrenamtlicher Kreistagsvorsitzender ist, im Herbst vergangenen Jahres über seinen Landrat aufgeregt: Dieser habe den Kreistag nicht rechtzeitig über die Corona-Infektion eines Mitglieds informiert. Das sei „nicht akzeptabel“, sagte Willsch im November der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.