Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat Forderungen nach schärferen Corona-Maßnahmen scharf kritisiert. Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hatten in einem Beschlussentwurf vor der Gesundheitsministerkonferenz gefordert, den gesetzlichen Rahmen für eine Verschärfung der Maskenpflicht gefordert.

„Jetzt mit einzelnen Maßnahmen und Forderungen vorzupreschen, bevor die Daten ausgewertet wurden, ist nicht angemessen“, sagte Schmidt-Chanasit gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Und weiter: „Über 2G- oder 3G-Regelungen müssen wir gar nicht diskutieren, denn die Situation ist inzwischen eine ganz andere. Es gibt fast niemanden mehr, der nicht geimpft oder genesen ist.“

Das Geld für Masken könne anderswo besser eingesetzt werden, „wenn die Effizienz einer Maskenpflicht für die Pandemie­bekämpfung gering ist“. Daher rät der Virologe, die Ergebnisse der Evaluation des Corona-Expertenrates abzuwarten. Überdies sei in der Debatte um die Maskenpflicht noch ungeklärt, wen diese betreffen soll.

OP-Masken oder FFP2-Masken?

Sollen auch Geimpfte, Kinder und Schüler Masken in Innenräumen, also beispielsweise im Supermarkt, tragen? Schmidt-Chanasit hat dazu eine klare Haltung: „Für die allgemeine Bevölkerung ist eine FFP2-Maskenpflicht nicht sinnvoll.“ Es müsse zudem geklärt werden, ob medizinische oder FFP2 Masken getragen werden sollen. „Um im Supermarkt einzukaufen, ist eine FFP2-Maskenpflicht überflüssig und Ressourcenverschwendung“, meint der Virologe.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte bereits vor einiger Zeit zum Thema Masken folgenden Hinweis: „Von entscheidender Bedeutung ist hier, dass die Maske die richtige Größe und Passform hat, die korrekte Trageweise durch den einzelnen Nutzer sowie ein durchgehender optimaler Sitz. Dies ist selbst bei Personal im Gesundheitswesen nicht immer sicher gewährleistet.“