Berlin - Der Berliner Radiosender 94.3 rs2 hat mit einem Aktionstag und einer Zeitreise ins Jahr 2022 in seinem Programm für Aufsehen gesorgt. Wetter, Nachrichten, Verkehr und andere Inhalte bezogen sich am Donnerstag laut Sender auf eine fiktive Zukunft, in der die Corona-Pandemie zu Ende ist. „Aufgrund vieler Anfragen möchten wir darauf hinweisen, dass Corona leider noch nicht vorbei ist“, hieß es auf der Homepage des Senders. Nach dem Experiment sollte am Abend wieder das reguläre Programm laufen.

In der fiktiven Zeitreise ist nicht nur Corona überstanden, es gibt auch einen Bundeskanzler Markus Söder (CSU), Elon Musk plant einen Weltraumbahnhof in Brandenburg und Franziska Giffey (SPD) ist Berliner Bürgermeisterin. Offensichtlich hatten einige Hörer nicht verstanden, dass das Programm nicht ernst gemeint war: Es gab Anrufe bei Behörden und dem Sender, sagte der zuständige Geschäftsführer Armin Braun der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Aktion sollte unterhalten und eine Pandemie-Pause anbieten, so Braun. Hintergrund war laut 94.3 rs2 der Wunsch eines acht Jahre alten Mädchens aus Wilmersdorf, das sich gewünscht habe, dass Corona vorbei ist. Mit dem Szenario einer virusfreien Zukunft wollte der Sender Mut machen, hieß es. „Wir haben damit gerechnet, dass es nicht bei allen gut ankommt“, sagte Braun über die Aktion und fügte hinzu: „Es polarisiert.“