Berlin - Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) haben in Berlin aufgrund der langen Wartezeit bei den November- und Dezemberhilfen kurzfristige Unterstützung des Senats für Firmen ins Spiel gebracht. „Wir müssen schauen, ob möglicherweise die zeitliche Lücke zwischen Antrag und endgültigem Förderbescheid nicht zu lang ist und der Senat da noch einmal kurzfristige Überbrückungshilfe geben könnte“, sagte UVB-Hauptgeschäftsführer Christian Amsinck am Donnerstag. So könnten Existenzen gerettet werden, die aufgrund von Liquiditätsengpässen gefährdet seien. „Das Thema Liquidität ist das entscheidende Thema des Jahres 2021“, sagte Amsinck.

Die November- und Dezemberhilfen werden vom Bund gezahlt. Sie sollen die Umsatzeinbußen zu großen Teilen ausgleichen, die den Unternehmen im Lockdown entstanden sind. Die Hilfen orientieren sich am Umsatzniveau der Vorjahresmonate. Die Beantragung sei aber aufwendig, die Prüfung dauere möglicherweise zu lange, kritisierte Amsinck.

Nach dem Krisenjahr 2020 sehen die Unternehmensverbände die Berliner und Brandenburger Firmen wieder auf Wachstumskurs. Ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau könnte das Wirtschaftswachstum in Brandenburg im laufenden Jahr demnach rund drei Prozent betragen. In Berlin könnte es auf vier Prozent hinauslaufen. „Wir erwarten, im Jahr 2023 in etwa wieder auf dem Vorkrisenniveau zu sein“, sagte Amsinck.

Hoffnung machten dabei mehrere Leuchtturmprojekte vor allem in Brandenburg. Dazu zähle das neue Werk des Elektroautobauers Tesla in Grünheide oder eine neue Anlage des Chemiekonzerns BASF, der an seinem Lausitzer Standort künftig auch wertvolles Lithium aus alten Batterien von Elektroautos zurückgewinnen will.