Leere Terrasse eines Restaurants in Palma de Mallorca.
Foto: dpa/Clara Margais

PalmaDie Regionalregierung der Balearen hat einen lokalen Lockdown für vier Stadtviertel in Mallorcas Hauptstadt Palma angeordnet. Betroffen ist das Gebiet Son Gotleu, neben dem Viertel selbst auch ein Teil von Can Capes, der Norden von La Soledat sowie Son Canals. Wie die „Mallorca Zeitung“ berichtet, dürfen die etwa 23.000 Menschen ihr Wohnviertel ab Freitagabend nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder um sich um Pflegebedürftige zu kümmern.

Geschäfte und Cafés dürften mit der halben Zahl der üblichen Plätze weiter geöffnet bleiben. Bars müssen spätestens um 22 Uhr schließen. Treffen von mehr als fünf Personen werden verboten. Die Einschränkungen gelten zunächst für zwei Wochen. Hintergrund für den Lockdown sind die hohen Corona-Zahlen.

Son Gotleu im Norden der Stadt, wo viele Menschen aus Lateinamerika, Osteuropa und Afrika leben, leidet seit langem unter sozialen Problemen, die sich durch Corona noch verschärft haben. Urlauber, die für die Wirtschaft der Inseln von enormer Bedeutung sind, kommen nur selten dorthin. Allerdings gibt es kaum noch Urlauber auf den Inseln, seit das Robert-Koch-Institut ganz Spanien einschließlich der bei Deutschen beliebten Balearen zum Risikogebiet erklärt hat und das Auswärtige Amt vor Reisen in das Land warnt.

Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Auf den Balearen liegt diese Zahl derzeit bei etwas mehr als 35. Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden vom Mittwoch wurden auf den Inseln mit 1,15 Millionen Einwohnern in den vergangenen 24 Stunden 329 Neuinfektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 registriert.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde eine falsche Zahl an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf den Balearen genannt. Diese Zahl hatten wir von der Deutschen Presse-Agentur übernommen. Wir haben die Zahl korrigiert.