Berlin - Die Corona-Fallzahlen auf den Intensivstationen gehen derzeit deutlich zurück. Aktuell sind etwa 4700 Intensivbetten in Deutschland mit Covid-19-Patienten belegt. Das geht aus dem Divi-Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin hervor. Um den Jahreswechsel waren 5700 Betten belegt – ein Höchststand. Divi-Chef Gernot Marx sagte, die Situation Anfang Januar sei „die höchste Belastung in der Geschichte der deutschen Intensivmedizin gewesen“. Aktuell spüre man hingegen keinen Anstieg der Belegungszahlen: RKI-Chef Lothar Wieler lobte die Deutschen und sprach von einem „vorbildlichen Verhalten“ bei der Vermeidung von Infektionen an den Weihnachtsfeiertagen. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warb derweil um Verständnis für die Verlängerung des Corona-Lockdowns. Die aktuellen Zahlen seien in den letzten Tagen ermutigend und gingen in die richtige Richtung, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Aber sie seien immer noch auf einem zu hohen Niveau. Knapp 5000 Covid-19-Patienten seien für das Gesundheitswesen unter Anspannung machbar, aber das könne kein Dauerzustand sein. „Es ist noch nicht vorbei, auch nach einem Jahr nicht, obwohl wir es uns alle wünschen“, so Spahn.

Der Gesundheitsminister warnte vor zu frühen Lockerungen und wies wie zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Risiken durch neue Virusvarianten hin. Man wolle die Verbreitung so weit wie irgend möglich minimieren. Der Gesundheitsminister sagte, es gebe Hoffnung durch die Impfkampagne. „Wir befinden uns zwar auf dem Höhepunkt der Pandemie, und gleichzeitig haben wir den Weg raus aus der Pandemie begonnen.“

Das Robert-Koch-Institut verzeichnete am Freitag 17.862 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Vor genau einer Woche waren es 22.368. Der Höchststand von 33.777 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am 18. Dezember gemeldet worden – darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.