BerlinIm Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg helfen ab Mittwoch vier Bundeswehrsoldaten bei Tests auf das Coronavirus. Sie sollen im Gesundheitsamt sowie gegebenenfalls bei Hausbesuchen und Testungen in Einrichtungen wie Kitas oder Schulen eingesetzt werden, teilte eine Sprecherin des Bezirksamts mit. Am Montag besprachen demnach Vertreter der Bundeswehr im Gesundheitsamt die Details des Einsatzes.

Friedrichshain-Kreuzberg hatte seit Wochen als einziger von zwölf Bezirken keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zugelassen. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatten das kritisiert.

Angesichts des starken Anstiegs der Infektionszahlen hatte der Krisenstab des Bezirks dann am vergangenen Freitag entschieden, für Corona-Testungen auf medizinisches Bundeswehr-Personal zurückzugreifen, nicht jedoch für die Kontaktnachverfolgung. Der Bedarf wurde der Senatsgesundheitsverwaltung gemeldet. Diese wiederum - so ist das in der Stadt organisiert - wandte sich an die Bundeswehr.

In Berlin sind derzeit 316 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz, wie ein Sprecher der zuständigen Streitkräftebasis in Bonn mitteilte. Nachdem sich der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg entschieden habe, doch auf Unterstützung der Bundeswehr zurückzugreifen, würden vier Soldaten für ein mobiles Abstrich-Team eingesetzt und dafür aus Berlin-Mitte abgezogen.