Ein Reisender lässt am Flughafen von einem Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) einen Corona-Test machen. 
Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

BerlinNach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist fast ein Drittel der Neuinfektionen in den vergangenen vier Wochen auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Wie aus dem Lagebericht des RKI hervorgeht, ist die Gesamtzahl der Neuinfektionen bei Reiserückkehrern seit Mitte Juni auf zuletzt 31 Prozent gestiegen. Für die erste Augustwoche meldet das Institut 1777 Corona-Fälle, die bei Reiserückkehrern aufgetreten sind.

Das RKI weist darauf hin, dass von insgesamt 217.293 übermittelten Corona-Fällen bei Reiserückkehrern in 71.969 Fällen (33 Prozent) keine Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland vorlagen. In 12.120 Fällen wurde ein wahrscheinliches Infektionsland genannt. Am häufigsten infizierten sich Reisende demnach in Ländern des Westbalkans, der Türkei, Bulgarien, Rumänien, Polen und Spanien.

Die am häufigsten genannten Infektionsländer der übermittelten Corona-Fälle:

  • Kosovo (1096 Infektionen)
  • Türkei (501 Infektionen)
  • Kroatien (260 Infektionen)
  • Serbien (196 Infektionen)
  • Bulgarien (166 Infektionen)
  • Bosnien und Herzegowina (156 Infektionen)
  • Rumänien (113 Infektionen)
  • Polen (112 Infektionen)
  • Spanien (107 Infektionen)

Für die meisten der Länder besteht zumindest eine gebietsweise Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Für Polen und Kroatien trifft dies jedoch nicht zu. Diese Länder stehen auch nicht auf der RKI-Liste der Risikogebiete.

Rückkehrer aus Risikogebieten, die nicht schon bei der Einreise ein aktuelles negatives Test-Ergebnis vorweisen können, müssen sich testen lassen. Dies ist bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos möglich, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht. Die Tests können direkt an Flughäfen gemacht werden, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten. Freiwillig testen lassen können sich alle Reiserückkehrer. Die Tests sind kostenlos.