Eine Ärztin der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen nimmt in der Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer einen Abstrich.
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BerlinApotheker dürfen in Deutschland keine Corona-Schnelltests an Endverbraucher abgeben. Dabei spielt es nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) „keine Rolle, ob der Test das Virus direkt nachweist oder Antikörper gegen eine Infektion mit Covid-19“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung. Die Abgabe entsprechender In-vitro-Tests ist demnach „nur an medizinische Fachkreise erlaubt“. 

Unter das Verbot fallen auch Probenbehältnisse, in denen Körperproben gesammelt und anschließend in vitro untersucht werden sollen – zumindest dann, wenn sie für den direkten oder indirekten Nachweis von Covid-19 bestimmt sind. „Es ist verständlich, dass sich besorgte Bürger selbst auf eine Corona-Infektion testen wollen. Aber diese Tests sollen nach den gesetzlichen Regelungen den Fachkreisen vorbehalten bleiben“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Ein Corona-Test sei „nichts, was man wie einen Schwangerschaftstest zu Hause im Badezimmer machen kann“.

Der Umgang mit den Tests sowie die entsprechenden Verbote sind in der Medizinprodukteabgabeverordnung (MPAV) sowie dem Infektionsschutzgesetz geregelt. „Wenn ein Apotheker entgegen dem Verbot einen Schnelltest an Patienten abgäbe, wäre das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann“, so Arnold weiter.

Sollten die zuständigen Behörden in Zukunft die Ansicht vertreten, dass „Endverbraucher entsprechende Selbsttests bekommen können“, wäre das durch eine Bekanntmachung des Robert-Koch-Instituts oder eine Änderung der Medizinprodukteabgabeverordnung „rechtlich leicht umsetzbar“.

Bevor das nicht geschehe, ist die rechtliche Lage laut Arnold aber eindeutig: „Apotheken dürfen keine Corona-Tests an Endverbraucher abgeben.“