London - Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Großbritannien bei schwer erkrankten Patienten neue Medikamente einsetzen. Man werde ab sofort die „lebensrettenden“ Medikamente Tocilizumab and Sarilumab einsetzen, sagte der britische Premier Boris Johnson. Das könne die Todesrate von Covid-19-Patienten merklich senken sowie ihre Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürzen. Die Medikamente werden der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge üblicherweise bei rheumatischer Arthritis eingesetzt.

Großbritannien setzt darüber hinaus auf schnelle Fortschritte bei der Impfkampagne gegen die Krankheit. Bislang sind offiziellen Angaben nach rund 1,5 Millionen Menschen geimpft worden. Bis Mitte Januar sollen Hunderttausende Impfungen pro Tag stattfinden und bis Mitte Februar die gefährdetesten Gruppen – dazu zählen rund 15 Millionen Menschen – einen ersten Impftermin angeboten bekommen haben.

Corona in Großbritannien: Mehr als 82.000 Tote

Dies könne einen großen Teil der Todesfälle verhindern, sagte der Chef des staatlichen Gesundheitsdienstes, Simon Stevens. 88 Prozent der bisherigen Covid-19-Todesfälle würden der Gruppe angehören, die beim Impfen Vorrang haben. Mehr als 82.000 Menschen sind landesweiten Statistiken zufolge im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. In den vergangenen Tagen wurden jeweils mehr als 1000 Todesfälle pro Tag gemeldet.

Krankenhäuser, insbesondere in London und im Süden Englands, stoßen demnach an ihre Belastungsgrenzen. Insgesamt würden in den britischen Krankenhäusern 50 Prozent mehr Menschen mit Covid-19 behandelt als in der ersten sogenannten Corona-Welle im April, hieß es. Für die verschärfte Situation machen Regierung und Mediziner die in Großbritannien entdeckte, laut Experten 0ffensichtlich ansteckendere neue Coronavirus-Variante verantwortlich.