Kapseln mit Fischöl, das viel Vitamin-D enthält.
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HeidesheimZwei neue klinische Beobachtungsstudien sollen zeigen, dass das Risiko für einen lebensbedrohlichen oder sogar tödlichen Verlauf bei Patienten mit niedrigen Vitamin-D-Werten deutlich höher liegt als bei solchen mit guten Vitamin-D-Werten. Das teilt das Dr.-Jacobs-Institut in Heidesheim mit. 

Nach Angaben des Instituts seien in Indonesien der Krankheitsverlauf sowie der Vitamin-D-Status von 780 mit dem Coronavirus Infizierten untersucht worden. Es habe sich ein dramatisch erhöhtes Sterberisiko bei einem Vitamin-D-Mangel ergeben. Nahezu alle Patienten mit Vitamin-D-Mangel seien an Covid-19 gestorben, jedoch nur rund vier Prozent der Patienten mit optimalem Vitamin-D-Spiegel.

„Bis dato belegen die Publikationen nur eine sehr starke Korrelation, aber beweisen noch keine Kausalität“, betonen die Forscher. Dafür bedürfe es zusätzlicher Interventionsstudien. Im Zuge der Pandemie empfehle die französische Académie nationale de Médecine der Bevölkerung aber bereits jetzt Vitamin D.

Vitamin D könnte nach bisherigen Erkenntissen des Institus demnach „als essentieller Modulator des Immunsystems präventiv das preiswerteste und bisher beste Mittel gegen schwere Krankheitsverläufe sein“. Ein Mangel an Vitamin D als auch an anderen Vitaminen solle dringend vermieden werden, „auch weil sich deren Bedarf im Falle einer Infektion deutlich erhöht“.

Der Leiter der Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg, Martin Fassnacht,  beruteilt die Aussagen der Forscher sehr kritisch. Er sagte der Deutschen Welle (DW) am Montag, es sei „bloße Beobachtung“, dass Krankheiten wie Bluthochdruck oder das metabolische Syndrom zusammen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln auftreten würden.

Der Forscher weiter: „Wenn man sich die Sache genauer anschaut, dann haben sich bisher die Hoffnungen, dass die Gabe von Vitamin D eine heilende Wirkung hat, nicht bestätigt.“