Berlin - Der deutsche Ethikrat soll Vorschläge machen, „ob und für welche Gruppen eine Impfpflicht denkbar wäre“. Das fordert der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, berichtet die Süddeutschen Zeitung (SZ). Der CSU-Chef hatte zuvor beklagt, es gebe „unter Pflegekräften in Alten- und Pflegeheimen eine zu hohe Impfverweigerung“.

Söder sagte laut SZ weiter: „Sich impfen zu lassen, sollte als Bürgerpflicht angesehen werden.“ Zudem könne eine staatliche Kampagne zur Förderung der Impfbereitschaft helfen, an der sich „Vorbilder aus Kunst, Sport und Politik beteiligen“. 

Und im ZDF-Morgenmagazin am Dienstag ergänzte der bayerische Ministerpräsident: „Wir müssen uns überlegen, ob wir für die besonders hochsensiblen Bereiche, das sind die Alten- und Pflegeheime, den Schutz besonders erhöhen“.

Arbeitsminister Heil: Keine Impfpflicht für Pflegekräfte

Ein Widerspruch folgte prompt. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnte eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen ab. „Im Moment über eine Impfpflicht zu spekulieren, verbietet sich“, sagte er am Dienstagmorgen in einem TV-Beitrag. Die bisherige Entscheidung gegen eine Impfpflicht halte er für richtig. „Ich will vor allem Impfakzeptanz. Jetzt geht es darum, aufzuklären, dass Impfen wichtig ist“, sagte Heil. Man müsse bei Pflegekräften und Medizinern dafür werben.

Bisher wird in Deutschland bei den Corona-Impfungen auf reine Freiwilligkeit gesetzt. Allerdings ergab eine in der vergangenen Woche veröffentlichte Umfrage, dass nur die Hälfte des Pflegepersonals zu einer solchen Impfung bereit ist.