Cum-Ex-Skandal: Razzia bei der Deutschen Bank

Mehr als 100 Polizisten waren an der groß angelegten Durchsuchungsaktion beteiligt.

Fahrzeuge der Bundespolizei stehen an der Zentrale der Deutschen Bank. (Archivbild)
Fahrzeuge der Bundespolizei stehen an der Zentrale der Deutschen Bank. (Archivbild)dpa/Boris Roessler

Die Staatsanwaltschaft Köln hat am Dienstagvormittag die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank durchsucht. Nach Informationen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und der Süddeutschen Zeitung (SZ) suchten die Ermittler nach Beweisen rund um den Cum-Ex-Steuerskandal. Mehr als 100 Polizisten aus Nordrhein-Westfalen sowie hessische und nordrhein-westfälische Steuerfahnder und Beamte des Bundeszentralamtes für Steuern waren an der Razzia beteiligt.

Die Deutsche Bank bestätigte gegenüber dem WDR und der SZ, „dass im Rahmen der seit 2017 laufenden Ermittlungen gegen die Bank in Sachen Cum Ex die Staatsanwaltschaft Köln an unserem Standort in Frankfurt zurzeit eine behördliche Maßnahme durchführt“.

Deutsche Bank bereits in der Vergangenheit durchsucht

Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft wurden außerdem Privatwohnungen von zehn Beschuldigten durchsucht. Hintergrund seien laufende Verfahren aufgrund von Cum-Ex-Geschäften „sowie verwandter Steuerhinterziehungsmodelle“. Demnach suchten die Ermittler insbesondere nach „relevanter Kommunikation in Form von E-Mails und sonstiger schriftlicher Korrespondenz“.

Beim Cum-Ex-Steuerskandal handelt es sich um Steuerhinterziehung in großem Stil. Banken ließen sich Steuern erstatten, die sie nie bezahlt hatten. Rund um den Dividendenstichtag schoben mehrere Beteiligte Aktien mit („cum“) und ohne („ex“) Ausschüttungsanspruch hin und her. Ein Netzwerk von Aktienhändlern, Steuerberatern, Bankern und Anwälten nutzte eine Gesetzeslücke und entwendete den europäischen Steuerbehörden viele Milliarden Euro. Der deutsche Staat wurde nachweislich um 31,8 Milliarden Euro betrogen.

Mehrere Banken, darunter auch die Deutsche Bank und die Commerzbank, waren deshalb in der Vergangenheit bereits von Durchsuchungen betroffen. „Wie bereits seit Beginn der Ermittlungen 2017 kooperiert die Bank weiterhin vollumfänglich mit der ermittelnden Behörde“, erklärte die Deutsche Bank.