Berlin - Rund 20 Jahre nach Einführung des Euro schlummern auch in Berliner und Brandenburger Haushalten noch größere Bargeldbestände der alten D-Mark. Ein Indiz dafür sind die nach wie vor zahlreichen Umtauschvorgänge der früheren Währung bei der Bundesbank. Demnach wurden dort in den beiden Bundesländern von Januar bis Ende November dieses Jahres rund 2,63 Millionen D-Mark-Münzen und -Banknoten eingetauscht, wie die Bundesbank am Mittwoch mitteilte. Das entspricht demnach einem Gegenwert von rund 1,94 Millionen Euro. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren rund 2,59 Millionen D-Mark umgetauscht worden.

Die Bundesbank geht davon aus, dass bundesweit noch Bargeldbestände in Höhe von 12,35 Milliarden D-Mark existieren (6,31 Mrd. Euro). Ein Teil der alten Banknoten und Münzen dürfte allerdings nie umgetauscht werden – unter anderem, weil Sammler sie sich gesichert haben. Erhebliche D-Mark-Bestände dürften sich nach Einschätzung der Bundesbank zudem im Ausland befinden, denn die Mark war eine beliebte und weltweit genutzte Reservewährung.

Spende an Tierschutzverein: Kommode erweist sich als D-Mark-Safe

Zwanzig Jahre nach Einführung des Euro-Bargelds entpuppt sich eine Möbelspende an einen Tierschutzverein als D-Mark-Schatz. Die gemeinnützige Organisation aus der Leipziger Gegend bekam eine alte Kommode vererbt. Jahre später entdeckten Mitarbeiter beim Auseinandernehmen des Möbelstücks die stolze Summe von 27.700 Mark (rund 14.163 Euro). Möglicherweise hatte der Verstorbene das Geld vergessen, vielleicht wollte er die Summe dem Verein aber auch auf diesem ungewöhnlichen Weg zukommen lassen.

Noch immer schlummern D-Mark-Bestände im Milliardenwert in Schubladen, zwischen Buchseiten, in Einkaufstüten oder versteckt unter Matratzen und in Schränken. In diesem Jahr wurden bis Ende November Scheine und Münzen im Wert von 43,1 Millionen Mark (rund 22 Mio. Euro) bei der Deutschen Bundesbank umgetauscht. Beim Gesamtwert der Bestände, die noch nicht zurückgegeben sind (12,35 Mrd.), handelt es sich um Banknoten im Wert von gut 5,75 Milliarden Mark sowie Münzen im Volumen von rund 6,6 Milliarden Mark.

D-Mark: 17,1 Millionen Hunderter noch nicht zurückgegeben

„In den mehr als 30 Bundesbank-Filialen wird auch 20 Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes unbegrenzt D-Mark in Euro umgetauscht“, erklärt Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. „Deutschland ist damit eins von sechs Ländern des Euroraumes, in denen der Umtausch der nationalen Währung in Euro zeitlich unbegrenzt möglich ist.“ Allerdings wüssten viele Menschen in Deutschland nichts von dieser Möglichkeit. Der Wechselkurs ist unverändert: Einen Euro bekommt man für 1,95583 D-Mark.

Gebunkert im Milliardenwert werden vor allem noch 100- und 1000-Mark-Scheine: Den Angaben zufolge sind 17,1 Millionen Hunderter im Wert von 1,71 Milliarden D-Mark noch nicht zurückgeben worden. Bei den Tausendern sind es 1,1 Millionen Stück im Wert von 1,12 Milliarden Mark. Sie machen zusammen 49 Prozent des Wertes der noch ausstehenden Scheine aus.

Bei der Bundesbank D-Mark in Euro tauschen: So geht’s

Viele Teenager von heute hatten die D-Mark noch nie in der Hand. Zugleich haben sich 20 Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes viele Menschen noch nicht von den alten Scheinen und Münzen verabschiedet. Diese Bestände sind nicht wertlos, sondern können bei Filialen der Deutschen Bundesbank gebührenfrei und ohne eine betragliche oder zeitliche Begrenzung zurückgegeben werden.

Wegen der Corona-Pandemie ist für einen Umtausch derzeit jedoch eine Terminvereinbarung nötig. Eine Übersicht zu ihren insgesamt gut 30 Umtauschstellen zwischen Rostock und Freiburg gibt die Bundesbank im Internet. Möglich ist auch ein Umtausch per Post.