Berlin - Der Musiker Danger Dan, 38, kennt nach eigenem Bekunden viele aus der Kulturbranche, die nun Corona-Arbeiter sind. „In meinem Umfeld gibt es viele, die in Clubs oder in der Livebranche gearbeitet haben und die jetzt in Impfzentren und Testzentren arbeiten müssen“, sagt der Musiker laut 3sat in einem Beitrag des Magazins „Kulturzeit“. „Die hätten eigentlich auch mehr Bock auf Konzerte als darauf, Stäbchen in die Nase zu stecken.“ Er wünsche sich, „dass zumindest für die Livebranche irgendwann wieder so etwas wie eine Planungssicherheit entsteht“, es endlich wieder losgehe.

Danger Dan blickt skeptisch auf das Jahr 2022

Gesamtgesellschaftlich glaubt der Musiker, dass es während der Corona-Pandemie salonfähiger geworden sei, „mit antisemitischen Weltbildern durch die Straßen zu marschieren“. „Aber ich glaube, dass die Weltbilder bei diesen Leuten vorher recht ähnlich waren. Man merkt, es spitzt sich zu, es radikalisiert sich. Ich habe jetzt keine Prognose, aber ich glaube, da kommt für antifaschistische Gruppen und antifaschistisches Engagement eine Menge Arbeit auf uns alle zu.“

In der 3sat-„Kulturzeit“ blicken in der fünfteiligen Reihe „Ausblicke – Künstler*innen über ihr 2022“ von Montag bis Freitag (10. bis 14. Januar, jeweils 19.20 Uhr) zehn Kulturschaffende aufs neue Jahr, neben Danger Dan zum Beispiel auch der österreichische Schriftsteller Clemens Setz und die Cellistin und Wahlschweizerin Sol Gabetta.

Für sein Soloalbum „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ war Danger Dan 2021 von Fans und Kritikern gefeiert worden, er bekam wichtige Auszeichnungen. Der gleichnamige Song – eine als Klavierballade getarnte, verschmitzte Attacke auf Vertreter der rechten Szene in Deutschland, aber strikt im Rahmen des juristisch Erlaubten – wurde als Comeback des Politpops gewürdigt.

Danger Dan, der eigentlich Daniel Pongratz heißt und auch Teil der Hip-Hop-Band Antilopen Gang ist, stellte das Lied, begleitet vom Klassik-Starpianisten Igor Levit, auch im „ZDF Magazin Royale“ von Jan Böhmermann und bei anderen Auftritten gegen Rechts vor.